Kiesabbau in Gablingen endet: Recyclinganlage geplant
Kiesabbau in Gablingen: Recyclinganlage statt Kiesgrube

Der Kiesabbau in Gablingen im Landkreis Augsburg wird eingestellt. Wie die Gemeinde mitteilt, sollen die bisherigen Abbauflächen in eine Recyclinganlage für Baustoffe umgewandelt werden. Damit endet eine jahrzehntelange Tradition der Kiesgewinnung in der Region.

Ende einer Ära: Kiesabbau in Gablingen wird eingestellt

Die Entscheidung fiel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Demnach wird der laufende Abbau von Kies und Sand nicht weitergeführt, sobald die bestehenden Genehmigungen auslaufen. Stattdessen soll auf dem Gelände eine moderne Recyclinganlage entstehen, in der Bauschutt und Abbruchmaterialien aufbereitet werden.

Der Kiesabbau hatte über mehrere Jahrzehnte hinweg Arbeitsplätze geschaffen und die wirtschaftliche Entwicklung der Kommune geprägt. Gleichzeitig hinterließ er tiefe Eingriffe in die Landschaft. Mit der neuen Nutzung soll das Gelände langfristig gewerblich genutzt werden, während andere Teile renaturiert werden sollen.

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Neue Nutzung: Recyclinganlage für Baustoffe geplant

Die geplante Anlage soll mineralische Abfälle wie Betonbruch, Ziegel oder Straßenaufbruch aufnehmen und zu hochwertigen Recycling-Baustoffen verarbeiten. Die Gemeinde erhofft sich dadurch deutlich kürzere Transportwege im Landkreis Augsburg. Bauabfälle müssten dann nicht mehr über weite Strecken zu zentralen Deponien gefahren werden, sondern könnten direkt vor Ort wiederverwertet werden.

Aus Sicht der Kommunalpolitik ist die Recyclinganlage ein wichtiger Baustein für die Kreislaufwirtschaft. Gerade im Bausektor fallen große Mengen an mineralischen Abfällen an, die bislang oft nur deponiert werden. Die neue Anlage soll hier Abhilfe schaffen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da durch die Wiederverwendung von Gesteinskörnungen wertvolle Primärrohstoffe gespart werden.

So funktioniert eine Baustoff-Recyclinganlage

In einer solchen Anlage wird der angelieferte Bauschutt zunächst kontrolliert und von Fremdstoffen wie Metallen, Holz oder Kunststoffen befreit. Anschließend wird das Material in Brechern zerkleinert und nach Körnungsgrößen klassifiziert. Das so entstandene Recyclingmaterial kann im Straßenbau, als Drainageschicht oder sogar bei der Betonherstellung eingesetzt werden.

Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland bereits rund 90 Prozent des mineralischen Bauschutts recycelt. Die neue Anlage in Gablingen könnte dazu beitragen, diese Quote in Bayern weiter zu steigern und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.

Auswirkungen auf die Region

Für die Anwohner von Gablingen und den umliegenden Gemeinden ergeben sich sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Positive Effekte werden vor allem bei den kürzeren Lkw-Transporten erwartet, da die Wege zu den Abnehmern der Recyclingbaustoffe geringer werden. Andererseits befürchten einige Bürger eine zusätzliche Lärm- und Staubbelastung durch den Anlagenbetrieb.

Die Gemeindeverwaltung sichert zu, dass bei der Planung moderne Technik zur Staubminderung sowie Lärmschutzwände vorgesehen werden. Auch die verkehrliche Erschließung soll über die bestehende Infrastruktur erfolgen, sodass keine neuen Straßen durch Wohngebiete gebaut werden müssen.

Nächste Schritte und Ausblick

Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, die Planungen für die Recyclinganlage konkret auszuarbeiten. In den kommenden Monaten soll ein Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eingereicht werden. Im Rahmen des Verfahrens werden auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt.

Sobald die Anlage in Betrieb geht, könnte hier ein erheblicher Teil der regionalen Bauabfälle verarbeitet werden. Dies würde eine große Menge an Primärrohstoffen ersetzen und den Kiesabbau in der Region nachhaltig ablösen.

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