In einem Gewerbegebiet nahe Krumbach ist am Dienstag eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Ein Baggerfahrer hatte bei Erdarbeiten das Metallteil in der Erde bemerkt und umgehend die Polizei verständigt. Die Behörden sperrten den Fundort großräumig ab und richteten einen Sicherheitsbereich ein, damit niemand gefährdet werden konnte.
Ein Team des Kampfmittelräumdienstes Bayern wurde angefordert und traf kurze Zeit später ein. Nach einer ersten Begutachtung bestätigte sich der Verdacht: Es handelte sich um eine Granate, die noch scharf sein konnte. Die Spezialisten entschieden, den Sprengkörper abzutransportieren. Dazu luden sie die Granate in ein speziell gesichertes Fahrzeug und brachten sie an einen Ort, an dem sie gefahrlos kontrolliert werden kann. Auch die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz, um die Straßen abzusichern.
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Während des Einsatzes musste das umliegende Gelände abgesperrt bleiben. Auch mehrere Feuerwehren aus der Region waren im Einsatz. Die Einsatzkräfte achteten darauf, dass keine Unbefugten den Bereich betraten. Nach etwa zwei Stunden war die Aktion beendet. Die Polizei meldete, dass die Granate erfolgreich geborgen wurde. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner.
Der Fundort liegt in der Nähe von Krumbach im Landkreis Günzburg. Genauere Angaben machte die Polizei nicht, um weitere neugierige Menschen fernzuhalten. Die Beamten lobten das umsichtige Verhalten des Baggerfahrers. Durch seine richtige Reaktion sei größerer Schaden verhindert worden. Auch die übrigen Beteiligten, darunter der Bauleiter und die Arbeiter, hätten besonnen reagiert.
Alte Last des Krieges auf schwäbischen Äckern
Funde von Weltkriegsmunition sind in Bayerisch-Schwaben keine Seltenheit. Immer wieder stoßen Landwirte, Bauarbeiter oder Spaziergänger auf Überreste der Kampfhandlungen. Insbesondere in Gegenden, in denen zum Ende des Zweiten Weltkriegs heftig gekämpft wurde, werden noch viele Blindgänger und Granaten vermutet. Die meisten Funde sind ungefährlich, wenn man sie nicht anfasst. Dennoch warnt die Polizei eindringlich davor, solche Gegenstände zu berühren oder zu entsorgen.
Die Granate von Krumbach könnte aus der Zeit der Kriegsereignisse im April 1945 stammen, als amerikanische Truppen auch die Region um Günzburg erreichten. Historische Berichte und Funde belegen, dass dort wiederholt Gefechte stattfanden. In den letzten Kriegswochen wurden viele Städte und Dörfer in Schwaben durch alliierte Bomber und Artillerie beschossen. Munition wurde damals häufig zurückgelassen oder hastig vergraben.
Auch in den Nachbargemeinden von Krumbach wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Granaten und Bomben gefunden. Oft sind es Baugebiete, die auf Flächen entstehen, auf denen früher militärische Anlagen waren. Die Beseitigung solcher Altlasten wird von den Kommunen organisiert und verursacht regelmäßig Kosten und Verzögerungen für die Bauherren.
Richtiges Verhalten im Ernstfall
Wer beim Graben oder Spazierengehen einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte einen großen Abstand einhalten. Der Notruf ist über die 110 oder 112 zu erreichen. Die Zentrale informiert dann den Kampfmittelräumdienst. Der Bereich sollte bis zu dessen Eintreffen abgesperrt und abgesucht werden, dass sich keine weiteren Personen nähern.
- Sperren Sie den Bereich großzügig ab.
- Berühren Sie den Gegenstand nicht.
- Rufen Sie die Polizei oder den Notruf an.
- Warnen Sie andere Personen in der Nähe.
- Halten Sie Abstand, bis der Kampfmittelräumdienst eintrifft.
Wichtig ist: Selbst kleine und verrostet wirkende Metallteile können gefährlich sein. Weltkriegsmunition kann auch nach mehr als 80 Jahren noch funktionsfähig sein. Die Sprengkraft einer Granate ist auch nach langer Zeit unvermindert. Der Kampfmittelräumdienst verfügt über spezielles Equipment, um die Zünder der Granaten zu deaktivieren oder den Sprengkörper unter kontrollierten Bedingungen zu sprengen. Im Fall von Krumbach war eine sofortige Sprengung wohl nicht nötig, da die Granate transportabel war.
Immer wieder kommt es vor, dass Menschen versuchen, Munition als Souvenir zu behalten oder aufzubewahren. Das ist nicht nur extrem gefährlich, sondern auch illegal. Wer eine Granate mit nach Hause nimmt, riskiert nicht nur sein Leben, sondern macht sich auch strafbar. Die Polizei weist darauf hin, dass solche Funde immer ordnungsgemäß zu melden sind.
Einsatz erfolgreich abgeschlossen
Der Polizeieinsatz in Krumbach ist abgeschlossen. Die Granate ist abtransportiert. Der Bauherr konnte seine Arbeiten inzwischen wieder aufnehmen. Die Behörde dankt allen Beteiligten für die schnelle und professionelle Zusammenarbeit. Über die genauen Hintergründe des Fundes wird nicht weiter informiert.
Die Bevölkerung wird gebeten, alle Beobachtungen zu möglichen weiteren Munitionsfunden sofort zu melden. Nur so kann die Sicherheit im Landkreis Günzburg weiterhin gewährleistet werden.



