Am Dienstagmorgen gegen 10:30 Uhr ereignete sich auf der Kreisstraße SW 1 bei Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) ein schwerer Wildunfall. Ein aus bislang ungeklärter Ursache die Fahrbahn kreuzendes Reh wurde zunächst von einem in Richtung Gerolzhofen fahrenden Pkw erfasst. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Tier in den Gegenverkehr geschleudert, wo es direkt auf einen entgegenkommenden Lastwagen prallte und die Windschutzscheibe durchschlug.
Unfallhergang im Detail
Der 52-jährige Autofahrer blieb nach der Kollision unverletzt, an seinem Fahrzeug entstand Sachschaden. Anders erging es dem 36-jährigen Lastwagenfahrer. Nach Polizeiangaben wurde er durch das durch die Scheibe eindringende Reh bewusstlos geschlagen. Infolgedessen verlor er die Kontrolle über seinen Lastzug, der nach rechts von der Fahrbahn abkam und im angrenzenden Grünstreifen zum Stehen kam. Der Fahrer erlitt schwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Schweinfurt mitteilte.
Verletzungen und Folgen
Rettungskräfte brachten den 36-Jährigen in ein nahegelegenes Krankenhaus. Die Art seiner Verletzungen wurde nicht näher spezifiziert. Der Pkw-Fahrer aus dem Landkreis Schweinfurt blieb unverletzt und stand noch am Unfallort den Beamten Rede und Antwort. Das Reh verendete noch an der Unfallstelle. Der entstandene Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Die Kreisstraße blieb für die Dauer der Bergungs- und Reinigungsarbeiten etwa zwei Stunden voll gesperrt, der Verkehr wurde örtlich umgeleitet.
Wildunfälle in Bayern: Häufigkeit und Prävention
Wildunfälle sind in Bayern keine Seltenheit. Nach Angaben des Bayerischen Jagdverbandes ereignen sich im Freistaat jährlich rund 40.000 Wildunfälle, die meisten davon mit Rehen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sowie in der Dämmerung ist die Gefahr von Wildwechseln erhöht. Der Deutsche Jagdverband empfiehlt Autofahrern, in Waldgebieten und an Feldrändern die Geschwindigkeit zu reduzieren und stets bremsbereit zu sein. Bei plötzlichem Auftauchen eines Tieres sollte man kontrolliert bremsen, nicht ausweichen, um schwerere Unfälle zu vermeiden.
Polizei appelliert an Autofahrer
Die Polizei Unterfranken nutzt den Vorfall, um erneut auf die Gefahren von Wildunfällen hinzuweisen. „Wildtiere kreuzen oft unvermittelt die Fahrbahn. Besonders in der Dämmerung und in der Nähe von Wäldern ist höchste Vorsicht geboten“, so ein Beamter. Im konkreten Fall übernahm die Polizeiinspektion Schweinfurt die Ermittlungen zur Unfallursache. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich zu melden. Der Lastwagen musste abgeschleppt werden, während der Pkw nach einer ersten Begutachtung noch fahrbereit war.



