Mord auf Einödhof: Opfer wurde erschossen
Der 33-jährige Mann, der Ende März tot auf seinem Einödhof im Unterallgäu entdeckt wurde, ist Opfer eines Gewaltverbrechens. Wie die Staatsanwaltschaft Memmingen und die Kriminalpolizei am Mittwoch mitteilten, ergaben die Obduktion und die Untersuchungen am Tatort, dass der Mann in der Nacht auf den 1. April mit einem Gewehr erschossen wurde. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus und fahndet mit Hochdruck nach dem Täter.
Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt
Für entscheidende Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Polizei eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgelobt. Zudem wurde ein Fahndungsplakat erstellt. Der Fall wurde am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … Ungelöst“ vorgestellt, um die Öffentlichkeit in die Suche einzubeziehen.
Das Leben des Getöteten: Selbstversorger und Esoterik-Anhänger
Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West beschreibt den 33-Jährigen als Selbstversorger, der auf seinem Hof in Kunzach bei Bedernau eine solidarische Landwirtschaft betrieb. Er bot Kurse zu verschiedenen Themen an und stellte Stellplätze für durchreisende Camper zur Verfügung. Der Mann lebte allein auf dem Anwesen, das weder über einen Kanalanschluss noch über eine Wasser- oder Stromversorgung verfügte. Nach Angaben von „Aktenzeichen XY …“ war er geschieden und kümmerte sich regelmäßig um seinen fünfjährigen Sohn. Auf dem Hof veranstaltete er gelegentlich kleine Festivals mit esoterischen Kursen und widmete sich Interessen wie Rutengehen, Astrologie und der Herstellung pflanzlicher Essenzen.
Spurensuche am Tatort
Der Leichnam des Mannes war am Karfreitag, dem 1. April, gefunden worden. Am Tatort stellten die Ermittler Projektile sicher, wie es in der ZDF-Sendung hieß. Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur; die Polizei vermutet, dass sie nach der Tat entsorgt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Täter und Opfer kannten.
Ermittlungen der Soko Waldrand
Eine Sonderkommission mit dem Namen „Soko Waldrand“ bearbeitet den Fall. Bereits eine Woche nach dem Fund wurde das Anwesen eines 50-jährigen Tatverdächtigen durchsucht, wobei auch Spezialkräfte im Einsatz waren. Bislang wurde jedoch kein Tatverdächtiger festgenommen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und sucht Zeugen, die zwischen dem 31. März und dem 1. April im Bereich Bedernau/Kunzach verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Zudem werden Personen aus dem Umfeld des Opfers gesucht, die über ein Gewehr verfügen oder versucht haben, ein solches zu verkaufen. Auch Hinweise auf Personen, die nach dem 1. April wegen eines Hörschadens aufgefallen sind oder sich ärztlich behandeln ließen, sind für die Ermittler von Interesse.



