Wie normal ist das Wetter in Bayern? Ein Hitze-Vergleich
Wie normal ist das Wetter in Bayern? Ein Hitze-Vergleich

Ein aktueller Hitze-Vergleich zeigt: Bayern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erwärmt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für Deutschland im Mittel einen Temperaturanstieg von 1,6 Grad Celsius seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Diese Erwärmung macht sich in Bayern besonders bemerkbar – durch mehr heiße Tage, längere Hitzewellen und steigende Temperaturen in der Nacht.

So entstand der Hitze-Vergleich

Grundlage des Vergleichs sind die Messreihen der DWD-Wetterstationen, die zum Teil bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen. Die Daten zeigen, dass die Zahl der Hitzetage – also Tage mit Temperaturen von 30 Grad oder mehr – in den bayerischen Städten von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zunimmt. Gab es beispielsweise in den 1960er-Jahren im Durchschnitt nur wenige solcher Tage pro Jahr, verzeichnen die Meteorologen heute deutlich mehr.

Besonders auffällig ist die Entwicklung seit den 1990er-Jahren. Die Jahre 2003, 2015 und 2018 waren in Bayern von außergewöhnlichen Hitzewellen geprägt. Der DWD stufte den Sommer 2003 als Jahrhunderthitze ein, bei der in vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen wurden. Auch die jüngsten Sommer wie 2019 und 2022 lagen weit über dem langjährigen Mittel.

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Wo die Hitze in Bayern am stärksten zuschlägt

Der Hitze-Vergleich zeigt deutliche regionale Unterschiede. In den Städten München, Nürnberg und Augsburg kühlt es sich nachts kaum noch ab. Der sogenannte Wärmeinseleffekt sorgt dafür, dass die Temperaturen in den dicht bebauten Innenstädten höher liegen als im Umland. Am niedrigsten bleiben die Werte in den Alpen und im Bayerischen Wald, wo die Höhenlage für mildere Sommer sorgt – doch auch dort ist der Trend zu mehr Wärme zu spüren.

Ein weiteres Ergebnis des Vergleichs sind die sogenannten tropischen Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Diese Nächte sind in den Ballungsräumen Bayerns inzwischen keine Seltenheit mehr. Für den menschlichen Körper bedeutet das eine erhebliche Belastung, da er sich in der Nacht nicht erholen kann.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Gesundheit

Die zunehmende Hitze trifft die Landwirtschaft im Freistaat hart. Trockene Böden und ausbleibender Regen gefährden die Ernten von Getreide, Mais und Kartoffeln. Auch der Wald in Bayern leidet: Fichtenbestände, die in niedrigen Lagen stehen, vertrocknen und sind anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verweist auf die Notwendigkeit, widerstandsfähigere Baumarten zu pflanzen.

Für die Bevölkerung bedeutet die Hitze ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Der DWD gibt bei extremer Wärme Hitzewarnungen heraus und empfiehlt, körperliche Aktivität in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Besonders Risikogruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke und Säuglinge sollten viel trinken und direkte Sonne meiden.

Was der Hitze-Vergleich für die Zukunft bedeutet

Die langen Messreihen erlauben eine Prognose: Sollte der Klimawandel ungebremst weitergehen, wird die Zahl der Hitzetage in Bayern weiter zunehmen. Klimamodelle des DWD gehen davon aus, dass sich die Sommer bis zum Jahr 2100 um weitere zwei bis vier Grad erwärmen könnten – je nachdem, wie sich die globalen Emissionen entwickeln.

Der Hitze-Vergleich dient den Kommunen als Grundlage für die Anpassung an den Klimawandel. Stadtplaner setzen verstärkt auf Entsiegelung, Gründächer und schattenspendende Bäume. Viele bayerische Kommunen haben inzwischen Hitzeaktionspläne aufgestellt. Dazu gehören Trinkwasserbrunnen, begrünte Fassaden und Informationskampagnen für Senioren. Die Botschaft des Vergleichs ist eindeutig: Hitzeprävention wird in Bayern zur Daueraufgabe.

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