In Bayern bleiben tausende geplante Wohnungen auf der Strecke, weil die staatlichen Fördermittel nicht ausreichen. Nach einer internen Umfrage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) haben 127 Mitgliedsfirmen seit 2024 insgesamt eine Milliarde Euro an Fördermitteln beantragt. Davon wurden jedoch nur gut 37 Prozent bewilligt. Die Nachfrage ist demnach deutlich höher als das zur Verfügung stehende Geld.
Hohe Kosten und lange Wartelisten
Allein bei den Unternehmen, die ihre Anträge verschoben oder gar nicht erst gestellt haben, sind Pläne für rund 1.200 Wohnungen betroffen. Der VdW Bayern vertritt 500 bayerische Wohnungsunternehmen, überwiegend sozial orientierte Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen. Die 127 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, verwalten insgesamt 236.000 Wohnungen. Die Wartelisten werden immer länger: Mittlerweile warten 68.000 Haushalte auf eine Wohnung.
Verband kritisiert mangelnde Verlässlichkeit
Verbandsdirektor Hans Maier beklagte die häufigen Änderungen der Förderrichtlinien: „Bezahlbarer Wohnungsbau braucht vor allem Verlässlichkeit“, sagte Maier. Fehlende Zuschüsse und wechselnde Vorgaben sind jedoch nur ein Teil der Probleme. Viele Unternehmen berichten laut VdW Bayern von langen Bearbeitungszeiten der Anträge, unklaren Entscheidungswegen und Prioritäten der Behörden sowie Bauvorschriften, die die Kosten weiter in die Höhe treiben.
Folgen für den Wohnungsmarkt
Die Unterversorgung mit bezahlbarem Wohnraum verschärft sich dadurch weiter. Ohne ausreichende Fördermittel können viele Projekte nicht realisiert werden, obwohl der Bedarf enorm ist. Die Landesregierung und der Bund müssen nach Ansicht des Verbands dringend nachsteuern, um die Wohnungsnot in Bayern zu lindern.



