Der Bundesvorstand der AfD hat sich einstimmig dem Parteiausschlussverfahren gegen den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt angeschlossen. Grund sind Vorwürfe der Vetternwirtschaft im Landesverband Sachsen-Anhalt, die Schmidt selbst durch die Offenlegung von Anstellungsverhältnissen eskalieren ließ.
In einer Telefonkonferenz sprach sich der Bundesvorstand für den Ausschluss aus und begrüßte zugleich die Einsetzung einer Verhaltenskommission durch den Landesvorstand. Diese soll die Anstellungsverhältnisse von Familienangehörigen prüfen und Regeln angleichen.
Der Landesvorsitzende Martin Reichardt kündigte in einem Instagram-Video an, die Kommission werde Änderungen vorschlagen und eigene Gesetzesinitiativen erarbeiten. Fraktionschef Oliver Kirchner bezeichnete die Vorwürfe jedoch als „hanebüchen“ und „Unfug“, während Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Anstellungen als „völlig legal“ verteidigte.
Im Bundesvorstand wachsen die Sorgen, dass die Kommission von denselben Personen besetzt sein könnte, die das Problem verursacht haben. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht in knapp sieben Monaten an, und die Partei strebt den Ministerpräsidentenposten an.



