Der vor der Insel Poel in der Wismarbucht gestrandete Buckelwal hat sich aus eigener Kraft befreit und schwimmt wieder. Auf einem Livestream war zu sehen, wie sich das Tier in Bewegung setzte, ohne dass Pontons oder Schlepper im Einsatz waren. Die geplanten Hilfsmaßnahmen wurden damit vorerst hinfällig.
Seit vergangener Woche arbeitete eine privat finanzierte Initiative an einem Rettungsversuch, der den Wal mithilfe einer an Pontons befestigten Plane anheben und in die Nordsee oder den Atlantik bringen sollte. In der Nacht war der Wasserstand jedoch um 70 Zentimeter gestiegen, was das Vorhaben zunächst stoppte. Tierärzte hatten zuvor eine Verbesserung des Zustands des Wals attestiert.
Nach der Selbstbefreiung begannen Helfer, den Wal mit Booten zu begleiten. Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert sagte, man sei auf dem Weg zum Hafen. Der Wal wirke orientierungslos und wechsle immer wieder die Richtung. Versuche, ihn gezielt ins offene Meer zu lenken, blieben zunächst erfolglos. Rund zwei Stunden nach der Befreiung stoppte der Wal erneut in der Nähe von Fahrwassertonnen.
Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns wies darauf hin, dass der Weg aus der Bucht schwierig werden könnte: Der Wal müsse einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen, und das Fahrwasser sei vielerorts weniger als einen Meter tief. Greenpeace warnte vor Erleichterung und betonte den enormen Stress für das Tier durch die ständigen Aktivitäten und den Motorenlärm.
MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Hilfsaktion mitfinanziert, zeigte sich pessimistisch, ob sich der Wal noch geleiten lässt. Tierärztin Bahr-van Gemmert hingegen glaubt, der Wal merke, dass man ihm helfen wolle. Ein geplanter GPS-Sender konnte noch nicht angebracht werden, da die Art des Geräts und die Befestigung noch nicht geklärt waren. Der Wal hat Hautverletzungen, mutmaßlich durch Netze.



