Der Berliner Senat hat eine neue Wohnungsbauoffensive gestartet, um den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Ziel ist es, bis 2026 insgesamt 10.000 neue Wohnungen zu schaffen, davon 4.000 als Sozialwohnungen. Das gab Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) bekannt.
Beschleunigte Verfahren und neue Baugebiete
Die Offensive sieht vor, dass Baugenehmigungen künftig in maximal sechs Monaten erteilt werden sollen. Dafür werden die personellen Kapazitäten in den Bezirken aufgestockt. Zudem werden neue Baugebiete ausgewiesen, unter anderem auf Konversionsflächen ehemaliger Kasernen.
Ein zentrales Element ist die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus. Die 4.000 geplanten Sozialwohnungen entsprechen einer Steigerung um 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Die Mieten sollen bei durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen.
Kritik von Verbänden und Opposition
Der Berliner Mieterverein begrüßte das Vorhaben grundsätzlich, forderte aber konkretere Zusagen zur Finanzierung. Die CDU-Fraktion kritisierte, die Zahlen seien zu ambitioniert und nicht realistisch. „Ohne ausreichende Grundstücke und Investoren wird das nichts“, sagte der wohnungspolitische Sprecher der CDU, Christian Gräff.
Laut Senat sollen die Bauvorhaben über einen Mix aus öffentlichen Mitteln und privaten Investitionen finanziert werden. Insgesamt stehen dafür 1,5 Milliarden Euro bis 2026 bereit.
Auswirkungen auf den Mietmarkt
Experten sehen die Offensive als wichtigen Schritt, um den Mietpreisanstieg zu bremsen. In Berlin lag die durchschnittliche Angebotsmiete zuletzt bei 12,20 Euro pro Quadratmeter. Die neuen Wohnungen könnten den Druck etwas mindern, allerdings werde der Bedarf weiterhin hoch bleiben, so das Institut für Stadtforschung.



