Thüringen treibt die Digitalisierung der Schulen weiter voran. Das Kabinett hat den Weg für die Umsetzung des Digitalpakts 2.0 freigemacht, der für den Freistaat rund 112 Millionen Euro vorsieht. Die Bund-Länder-Vereinbarung soll von Bildungsminister Christian Tischner (CDU) unterzeichnet werden.
Der Pakt läuft bis Ende 2032 und soll Schulen sowie Schulträgern langfristige Planungssicherheit geben, betonte Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus (CDU). Rund 56 Millionen Euro kommen vom Bund, die restlichen Gelder teilen sich Land und Schulträger mit jeweils rund 28 Millionen Euro.
Im Unterschied zum ersten Digitalpakt, der vor allem die technische Ausstattung finanzierte, setzt die Neuauflage stärker auf die pädagogische Nutzung digitaler Angebote. „Es geht künftig nicht nur um das Verlegen von Kabeln“, so Althaus. Neben Infrastruktur sollen auch die Unterrichtsentwicklung, die Förderung digitaler Kompetenzen und die Qualifizierung von Lehrkräften in den Fokus rücken.
Der Digitalpakt 2.0 basiert auf drei Säulen: dem weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Weiterentwicklung von Schule und Unterricht sowie einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern zur Stärkung digitalen Lehrens und Lernens. Dazu gehört auch die engere Verzahnung von Wissenschaft und schulischer Praxis.
Schulträger können Investitionen in WLAN- und Netzwerkausbau, digitale Präsentationstechnik, mobile Endgeräte sowie fachspezifische Geräte für den MINT-Bereich beantragen. Auch der Aufbau professioneller IT-Administrationsstrukturen wird gefördert. Im Bildungsministerium soll ein Digitalisierungsreferat geschaffen werden, um alle Initiativen zu bündeln.
Förderfähig sind Projekte rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, Anträge können bis Ende 2030 gestellt werden. Eine entsprechende Förderrichtlinie soll nach weiteren Abstimmungen im Herbst in Kraft treten. Der erste Digitalpakt hatte bereits Grundlagen gelegt: Mit rund 191 Millionen Euro wurden 754 Schulen ausgestattet, über 10.000 Klassenräume digital aufgerüstet und zehntausende Geräte beschafft. Die Thüringer Schulcloud wird von rund 238.000 Nutzern verwendet.



