Nördlingen – In der Schillerschule ist diese Woche alles anders: Statt des üblichen Unterrichts bestimmen Trommelrhythmen den Tagesablauf. Die Grundschule verwandelt sich im Rahmen einer Projektwoche in das afrikanische Dorf Tamborena. Fünf Tage lang tauchen die Schülerinnen und Schüler in eine Welt aus Klang, Farbe und Bewegung ein.
Eine Schule wird zum Dorf
Schon beim Betreten des Schulgebäudes wird deutlich, dass hier etwas Besonderes geschieht. Bunte Tücher, selbst gebastelte Dekorationen und afrikanische Motive schmücken Flure und Klassenzimmer. Jede Klasse übernimmt einen Teil der Gestaltung: So entstehen kleine Hütten, farbenfrohe Bilder und sogar ein „Marktplatz“ im Eingangsbereich.
Im Mittelpunkt der Projektwoche steht jedoch das gemeinsame Trommeln. Die Kinder lernen, verschiedene Rhythmen zu spielen und sich im Takt zu bewegen. „Trommelzauber“ heißt das Konzept, das Schulen in ganz Deutschland nutzen, um Teamgeist und Kreativität zu fördern. Auch an der Schillerschule steht der Zusammenhalt im Mittelpunkt.
Gemeinsam stark im Rhythmus
Die Projektwoche ist so aufgebaut, dass alle Kinder teilnehmen können – unabhängig von Alter oder Vorkenntnissen. In den Workshops üben die Klassen zunächst einfache Rhythmusmuster, die sie im Laufe der Woche zu einem gemeinsamen Stück verbinden. Dazu kommen Bewegungseinheiten und Lieder, die die afrikanische Kultur lebendig machen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit. Denn das Ensemble funktioniert nur, wenn jeder Einzelne auf die anderen hört und sich auf das gemeinsame Ziel einlässt. Diese Erfahrung wirkt über den Unterricht hinaus: Auch im Klassenzimmer hilft das neu gewonnene Vertrauen, Aufgaben gemeinsam zu lösen.
Der Höhepunkt: Tamborena feiert
Am Ende der Projektwoche präsentieren die Schülerinnen und Schüler das Ergebnis ihrer Arbeit. Verwandelt in die Bewohner von Tamborena, zeigen sie ein Programm, das zuvor in den Workshops einstudiert wurde. Eltern, Geschwister und Lehrkräfte sind eingeladen, das große Finale zu erleben. In einem festlichen Rahmen wird die Schillerschule noch einmal zum Schauplatz eines ausgelassenen Festes.
Die Vorfreude ist den Kindern bereits in den Proben anzumerken. Sie üben mit großer Energie und freuen sich darauf, ihr Können zu zeigen. Jede Klasse hat ihren eigenen Part, und gemeinsam entsteht ein mitreißendes Gesamtkunstwerk.
Mehr als nur Trommeln
Die Projektwoche an der Schillerschule ist mehr als ein musikalisches Event. Sie verbindet mehrere Lernziele: Motorik, Konzentration, soziales Verhalten und interkulturelles Lernen. Durch die Einbeziehung afrikanischer Musik und Symbole erhalten die Kinder einen Einblick in eine andere Kultur, während sie gleichzeitig ihr eigenes Selbstbewusstsein stärken.
Lehrkräfte beobachten häufig, dass gerade Kinder, die im regulären Unterricht eher zurückhaltend sind, beim Trommeln aufblühen. Das gemeinsame Erlebnis schweißt die Klassengemeinschaft zusammen und schafft positive Erinnerungen, die weit über die Projektwoche hinausreichen.
Ein Dorf voller Erinnerungen
Die Idee, eine Schule in ein „Dorf“ zu verwandeln, ist ein Markenzeichen des Trommelzauber-Projekts. Sie schafft eine eigene Welt, in der die Kinder Verantwortung übernehmen und sich als Teil der Gemeinschaft erleben. In der Schillerschule bleibt diese Welt auch nach der Projektwoche noch eine Weile präsent – zumindest in den Köpfen der Kinder und auf den Bildern, die ihre Erlebnisse festhalten.
Die Projektwoche endet mit einem lachenden und auch einem weinenden Auge. Die Kinder sind traurig, dass das Dorf wieder verschwindet, aber stolz auf das, was sie geschaffen haben. Die Trommeln werden eingepackt, die Deko abgebaut – doch der Rhythmus bleibt im Herzen.



