Bernstein-Resort: B-Plan-Entwurf liegt vor – Kosten steigen auf 400 Millionen Euro
Bernstein-Resort: B-Plan-Entwurf liegt vor – Kosten steigen

Die Vorbereitungen für das Großprojekt Bernstein-Resort auf der Halbinsel Pütnitz bei Ribnitz-Damgarten schreiten voran, bleiben aber von Verzögerungen und Kostensteigerungen geprägt. Wie der stellvertretende Bürgermeister Heiko Körner der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurden bisher rund 25.000 Tonnen belastete Erde von dem ehemaligen Militärflughafengelände abgetragen und entsorgt. Die Erde werde geprüft, separiert und gegebenenfalls auf die Deponie gebracht. Im Oktober hoffe man, mit dem Abbruch von drei Pumpenhäusern beginnen zu können, wofür eine Entscheidung des Landkreises Vorpommern-Rügen notwendig sei.

Kosten explodieren auf 400 Millionen Euro

Ursprünglich war die Gesamtinvestition mit etwa 350 Millionen Euro veranschlagt. „Das dürften aber inzwischen eher 400 Millionen Euro sein“, sagte Körner, der auch Leiter des Amtes für Bau, Wirtschaft und Liegenschaften ist. Das Areal, das seit 1935 als Militärflughafen genutzt wurde, umfasst 600 Hektar, von denen etwa 250 Hektar für das Bernstein-Resort vorgesehen sind. Der Name bezieht sich auf die Verbindung der Region zum Bernsteinhandwerk.

Trotz der Komplexität des Projekts betonte Körner: „Das Projekt lebt. Mehr denn je. Es ist nicht die Frage, ob es realisiert wird, sondern nur noch wann.“ Der Zeithorizont für einen rechtskräftigen Bebauungsplan habe sich jedoch immer wieder verschoben. Aktuell liege der Entwurf eines Bebauungsplanes (B-Plan) vor. Nach der Sommerpause werde man im September mit den Trägern öffentlicher Belange den Austausch suchen. Am 4. Oktober sei auf dem Gelände ein weiterer Informationstag geplant, bei dem aktuelle Gutachten vorgestellt und über den B-Plan-Entwurf diskutiert werde. Die Veranstaltung war wegen hoher Temperaturen vom 27. Juni auf Oktober verschoben worden.

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Investoren und geplante Nutzung

Hauptinvestor ist der Freizeitpark-Betreiber Center Parcs, der in Deutschland bereits sechs Anlagen betreibt. Zudem will die Supreme GmbH aus Rostock eine Sport- und Erlebniswelt namens „Pangea Island“ errichten. Auch die Bernsteinreiter planen einen weiteren Reiterhof, und das bestehende Technikmuseum ist in das Konzept integriert. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung bereits Ende 2025 oder Ende 2026 mit Baurecht gerechnet, doch nun wird es frühestens 2028. Das Wirtschaftsministerium in Schwerin führte die Verzögerungen auf die Komplexität des Vorhabens und die sich teilweise widersprechenden öffentlichen Belange wie Denkmal-, Natur-, Umwelt- und Artenschutz sowie Forstrecht zurück.

Munitionsräumung und Widerstand

Die Munitionsräumung auf dem Gelände läuft bereits seit Herbst 2022. Aufgrund der Vegetationsperioden können die Arbeiten nur zwischen Oktober und Februar durchgeführt werden. Laut Körner sind die Verdachtsflächen inzwischen fast vollständig von Munition geräumt, mit Ausnahme von überbauten oder noch abzubrechenden Flächen. Bislang wurden vor allem Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Ab 1945 nutzte die Rote Armee das Gelände, bis 1994 die letzte Kampffliegereinheit der Westgruppe der russischen Streitkräfte den Militärflugplatz verließ.

Gegen das Projekt gibt es seit Jahren deutlichen Widerstand, vor allem von der Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz. Für unsere Heimat e.V.“ und dem Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Mecklenburg-Vorpommern (VLAMV). Beide Organisationen gehen immer wieder vor Gericht oder beim Landkreis gegen die Gemeinde Ribnitz-Damgarten vor. Zuletzt erreichten sie einen Stopp von Abrissarbeiten. Die Stimmung zwischen Stadtverwaltung und Gegnern ist seit Jahren angespannt. Die Gemeinde wirft der Initiative vor, Unwahrheiten zu verbreiten und das Projekt zu verzögern. Die Bürgerinitiative hält dagegen und wirft der Gemeindeführung vor, mit Propaganda die Meinung zugunsten des Projekts zu beeinflussen.

Steffen Lott, Vorstand der Bürgerinitiative und seit Juli 2024 auch Stadtvertreter in Ribnitz-Damgarten, kritisierte, dass die Initiative zum Informationstag im Juni anders als bei einer vorherigen Veranstaltung nicht mit einem eigenen Stand eingeladen worden sei. Dies gelte auch nach der Terminverschiebung. „Die Stadt redet nicht mit uns“, bedauert Lott. Er glaubt nicht, dass das Baurecht bis 2028 erreicht wird: „Es gibt immer noch die Möglichkeit zu klagen. Und das werden wir tun.“

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Die Gegner befürchten Massentourismus, einen Verkehrskollaps auf der Straße und ein Millionengrab, während die Befürworter Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Investitionen erwarten. Der Streit bleibt ungelöst, und das Projekt Bernstein-Resort steht weiterhin im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Hoffnungen und ökologischen sowie sozialen Bedenken.