Der Gemeinderat von Eurasburg hat in seiner jüngsten Sitzung eine wegweisende Entscheidung getroffen. Das vom Bund geplante Projekt ist vom Tisch, während der Kauf einer Drohne für die Feuerwehr auf Zustimmung gestoßen ist. Die öffentliche Sitzung zog viele Bürgerinnen und Bürger an, die die Diskussionen im Rat gespannt verfolgten.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Fraktionen intensiv beraten. Insbesondere die Frage, ob man sich gegen ein Bundesprojekt stellen darf, sorgte für kontroverse Debatten. Letztlich fiel die Entscheidung mit einer deutlichen Mehrheit von 14 zu 6 Stimmen. Nach Informationen aus dem Rathaus wurde das Vorhaben aus finanziellen und ökologischen Gründen abgelehnt.
Das Aus für das Bundesprojekt
Das kritisierte Projekt stammt aus den Schubladen der Bundesverwaltung und hatte das Ziel, größere Infrastrukturmaßnahmen in der ländlichen Region umzusetzen. Konkrete Pläne dazu waren dem Gremium seit Jahresbeginn bekannt, doch die Umsetzung stand auf wackeligen Füßen. Der Gemeinderat forderte in der Sitzung, dass die Interessen der Gemeinde vor Ort stärker gewichtet werden. Einige Räte bemängelten die mangelnde Transparenz und die zu erwartenden Belastungen für Natur und Anwohner.
Besonders der Eingriff in das Landschaftsbild und die Lärmbelästigung während der Bauarbeiten waren ausschlaggebend für die Ablehnung. Vertreter der Gemeinde betonten, dass man kein Projekt unterstützen könne, das nicht erkläre, wie es konkret den Bürgern nutzt. Die Ablehnung erfolgte daher konsequent und mit klarer Kante.
Grünes Licht für die Drohne
Trotz der Ablehnung zeigte sich der Gemeinderat aufgeschlossen, als es um den Antrag der Feuerwehr auf eine eigene Drohne ging. Diese soll künftig bei der Suche nach vermissten Personen helfen und aus der Luft einen Überblick über Einsatzlagen verschaffen. Geplant ist die Ausstattung mit einer Wärmebildkamera, die auch bei Dunkelheit effektive Hilfe verspricht. Zudem kann die Drohne mit einem Lautsprecher ausgerüstet werden, um Anweisungen aus der Luft zu übermitteln.
Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich auf rund 14.000 Euro. Der Zuschuss des Freistaats ist bereits in Aussicht gestellt, sodass der kommunale Eigenanteil überschaubar bleibt. Die Mitglieder der Feuerwehr reagiernen erleichtert. „Mit der Drohne können wir schneller reagieren und Rettungskräfte gezielt führen“, sagte ein Feuerwehrkamerad in der Sitzung. Bürgermeister zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung: „Das ist moderne Technik für die Sicherheit unserer Bürger.“
Die Hintergründe der Entscheidung
Die Abstimmung über das Bundesprojekt war von langer Hand vorbereitet worden. Schon mehrmals hatten sich die Räte in nichtöffentlichen Sitzungen mit den Unterlagen beschäftigt. Kritikpunkte waren unter anderem die langfristigen Folgekosten, die auf die Gemeinde zukommen würden. Auch die fehlende Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Planungsphase wurde moniert. Einige Anwohner hatten sich im Vorfeld mit einer Unterschriftenliste gegen das Projekt ausgesprochen.
Der Beschluss, die Drohne zu kaufen, wurde dagegen schnell und einvernehmlich gefasst. Die Feuerwehr hatte den Bedarf detailliert begründet. Gerade bei Sucheinsätzen in den ausgedehnten Waldgebieten rund um Eurasburg könne die Drohne wertvolle Dienste leisten. Bereits im vergangenen Jahr habe es mehrere Einsätze gegeben, bei denen eine Luftunterstützung hilfreich gewesen wäre.
Reaktionen aus der Bürgerschaft
Vor dem Rathaus hatten sich einige Bürgerinnen und Bürger versammelt, um die Entscheidung zu verfolgen. Die Meinungen sind gespalten. Während viele die Ablehnung des Bundesprojekts begrüßen, sehen einige die Drohne kritisch. Datenschützern bereitet der mögliche Einsatz im privaten Raum Kopfzerbrechen. Die Feuerwehr versicherte, die Drohne ausschließlich für Einsatz- und Übungszwecke zu nutzen, nicht für die allgemeine Überwachung.
Laut einer Umfrage vor Ort unterstützen rund zwei Drittel der Befragten die Entscheidung des Rates. Viele zeigten Verständnis für die Ablehnung des Bundesprojekts, betonten aber, dass die Feuerwehr jede moderne Unterstützung verdient habe. Der Gemeinderat will nun zügig die Ausschreibung für die Drohne auf den Weg bringen. Gleichzeitig werden die Unterlagen zum Bundesprojekt an die zuständige Behörde zurückgegeben.
Wie geht es weiter?
Die Gemeinde wird das Gespräch mit den Bundesbehörden suchen, um die Ablehnung zu erläutern. Dabei geht es auch darum, mögliche rechtliche Konsequenzen abzuwenden. Für die Feuerwehr beginnt in Kürze die Schulung von Piloteninnen und Piloten. Die ersten Einsätze sind bei der Suche nach vermissten Personen im nahegelegenen Mischwald geplant. Bis dahin bleibt das Gerät wohl gepackt – aber einsatzbereit.
Die Entscheidung aus Eurasburg könnte Signalwirkung haben. Andere Gemeinden in der Region beobachten die Entwicklungen mit Interesse. Ob das Bundesprojekt an anderer Stelle realisiert wird, ist offen. Der Gemeinderat hat jedenfalls klargemacht: Die Interessen der eigenen Bürger haben Vorrang. Diese Haltung kam in der Sitzung mehrfach deutlich zum Ausdruck.



