Die Sperrung eines Fußwegs entlang des Schäfflerbachs im Augsburger Textilviertel sorgt bei den Menschen im Viertel weiterhin für Frust. Seit Beginn der Bauarbeiten müssen Anwohnerinnen und Anwohner lange Umwege in Kauf nehmen, um ihre Wohnungen, Geschäfte oder die nächsten Haltestellen zu erreichen. Besonders für ältere Menschen und Familien mit Kinderwagen ist die Situation eine tägliche Belastung. Auch Radfahrer sind betroffen, da der Weg als Verbindung zwischen den Wohnstraßen und dem Stadtpark beliebt war.
Sanierung der Uferbefestigung
Nach Angaben der Stadt Augsburg ist der Fußweg aus Sicherheitsgründen gesperrt. An der Uferböschung des Schäfflerbachs seien Schäden festgestellt worden, die eine sofortige Sanierung erforderten. Zudem müsse ein veralteter Durchlass unter dem Weg erneuert werden, um die Stabilität des Untergrunds zu gewährleisten. Die Arbeiten seien notwendig, um den Fußweg langfristig zu erhalten und die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, teilte das Tiefbauamt auf Nachfrage mit.
Der Schäfflerbach ist ein kleines Gewässer, das sich durch das Textilviertel schlängelt und für viele Anwohner ein wichtiges Naherholungselement darstellt. An seinem Ufer verlaufen Spazierwege, gesäumt von Bäumen und Grünflächen. Viele Menschen nutzen diese Routen für den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen.
Probleme mit der Umleitung
Während der Vollsperrung wird der angrenzende Fußgängerbereich vollständig abgesperrt. Eine offizielle Umleitung ist eingerichtet, führt jedoch weiträumig um das Baufeld herum. Kritik kommt von Anwohnerinnen und Anwohnern: Die Ausschilderung sei mangelhaft, zudem seien die alternativen Wege nur unzureichend beleuchtet, was insbesondere in den Abendstunden ein Sicherheitsgefühl vermissen lasse.
Mehrere Geschäfte in der Nähe des Baches berichten von sinkender Kundschaft und kritisieren die Informationen der Stadt. Die Betroffenheit ist groß, da die Bauarbeiten auch den Zugang zu den Hinterhöfen erschweren. Einige Gewerbetreibende fordern eine bessere Abstimmung der Bauphase, um Umsatzeinbußen zu begrenzen.
Auswirkungen auf den Alltag im Viertel
Besonders betroffen sind Pendler, die den Fußweg als Abkürzung zu den Bushaltestellen nutzen. Statt der gewohnten zehn Minuten müssen Fußgänger nun deutlich mehr Zeit einplanen. Die Stadt verweist darauf, dass die Umleitung aus Sicherheitsgründen gewählt wurde und der Fußweg während der Bauarbeiten nicht offen bleiben konnte. Eine Verkürzung der Wege sei erst nach Abschluss der Maßnahmen möglich.
Auch Familien mit Kindern sind verärgert: Der Umweg führe an stark befahrenen Straßen entlang, was für Schulkinder nicht ungefährlich sei. Mehrere Eltern fordern eine temporäre Querungshilfe, die die Bauphase überbrücken soll. Die Stadt hat bislang nicht auf diese Forderung reagiert, kündigt aber an, die Situation erneut zu prüfen.
Stadt verspricht baldige Fertigstellung
Auf Nachfrage erklärte die Stadtverwaltung, die Arbeiten am Schäfflerbach würden voraussichtlich noch mehrere Wochen andauern. Eine Verkürzung der Bauzeit sei nicht möglich, da die Arbeiten von der Witterung abhängig seien. Man bemühe sich jedoch, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen während der Arbeiten regelmäßig Informationen auf der städtischen Website veröffentlicht werden.
Die Anwohner fordern unterdessen eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Bauvorhaben im Viertel. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Sperrungen in der Umgebung gegeben, was das Wohngebiet zunehmend unattraktiv mache. Die Stadt kündigte an, nach Abschluss der Arbeiten eine Informationsveranstaltung abzuhalten, um die Maßnahmen transparent zu erläutern und mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen.



