München – Wegen umfangreicher Bauarbeiten müssen Fahrgäste der S-Bahn-Linie S5 in den kommenden Monaten mit Einschränkungen rechnen. Zwischen Pasing und dem Hauptbahnhof sowie auf weiteren Abschnitten wird der Zugverkehr durch Busse ersetzt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Oktober. Die Deutsche Bahn hat einen umfangreichen Ersatzfahrplan angekündigt, der jedoch längere Fahrzeiten und häufigere Umstiege mit sich bringt.
Was genau wird gebaut?
Die Bauarbeiten betreffen die Stammstrecke der S-Bahn München, die zu den am stärksten frequentierten Strecken in Deutschland zählt. Erneuert werden unter anderem Weichen und Gleise im Bereich des Hauptbahnhofs und der Hackerbrücke. Zudem werden an mehreren Stationen die Bahnsteige erhöht, um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Die Arbeiten sind Teil des Projekts „München 2030“, mit dem die S-Bahn-Infrastruktur für die Zukunft ertüchtigt werden soll.
Ersatzverkehr im Detail
Betroffen ist vor allem der Abschnitt zwischen Pasing und Ostbahnhof. Hier verkehren die Züge der S5 nur im 20-Minuten-Takt, viele Fahrten entfallen komplett. Stattdessen sind Busse im Einsatz, die an den Haltestellen Hackerbrücke, Donnersbergerbrücke und Heimeranplatz halten. Die Busse benötigen für die Strecke etwa 15 Minuten länger als die S-Bahn. Zwischen Ostbahnhof und Pasing pendeln die Busse im 10-Minuten-Takt.
Auswirkungen auf den Berufsverkehr
Besonders im Berufsverkehr wird es eng: Die Ersatzbusse stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, da viele Pendler auf den Bus ausweichen. Die Bahn empfiehlt, auf andere Linien wie die U-Bahn oder die Tram auszuweichen. Auch die S6 und die S8 sind von den Bauarbeiten betroffen, wenn auch in geringerem Umfang. Die S-Bahn München rechnet mit täglich rund 150.000 betroffenen Fahrgästen.
Stimmen aus der Politik
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) betonte die Notwendigkeit der Bauarbeiten: „Die Investitionen in die S-Bahn-Infrastruktur sind überfällig. Nur so können wir die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auf Dauer sichern.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass die Einschränkungen für die Fahrgäste eine große Belastung seien. Die Stadt München forderte die Bahn auf, die Bauarbeiten zu beschleunigen, um die Belastungen zu minimieren.
Alternativen für Pendler
Die Bahn empfiehlt, auf die U-Bahn-Linien U4 und U5 auszuweichen, die parallel zur S5 verlaufen. Auch die Buslinien 53 und 58 bieten Alternativen. Zudem wird der Hauptbahnhof als zentraler Umsteigepunkt gestärkt: Dort verkehren die Ersatzbusse direkt vor dem Nordausgang. Pendler aus dem Westen können auf die Regionalbahn umsteigen, die zwischen Pasing und Hauptbahnhof ohne Halt durchfährt.
Bauarbeiten im Zeitplan
Die Bauarbeiten beginnen am 4. August und sollen bis zum 23. Oktober abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird in zwei Bauabschnitten gearbeitet: Zuerst wird der Abschnitt zwischen Pasing und Hackerbrücke bearbeitet, anschließend der Bereich zwischen Hackerbrücke und Ostbahnhof. Die Bahn verspricht, dass die Bauarbeiten nachts und an Wochenenden intensiviert werden, um die Gesamtdauer zu verkürzen. Trotzdem müssen Fahrgäste bis Ende Oktober mit Verspätungen rechnen.
Entschädigung für betroffene Fahrgäste
Fahrgäste mit Zeitkarten können für die Dauer der Bauarbeiten eine Erstattung beantragen. Die Bahn hat ein eigenes Online-Formular eingerichtet. Auch für einzelne Fahrten gibt es Ersatzleistungen: Wer wegen der Bauarbeiten mehr als 20 Minuten später ankommt, kann eine Fahrpreiserstattung beantragen. Die Bahn weist darauf hin, dass die Erstattungsanträge innerhalb von sechs Monaten gestellt werden müssen.
Blick in die Zukunft
Die Bauarbeiten sind nur der Anfang: Bis 2030 investiert die Bahn mehrere Milliarden Euro in das S-Bahn-Netz München. Geplant sind unter anderem der Bau der zweiten Stammstrecke, die die Kapazität deutlich erhöhen soll. Die aktuellen Bauarbeiten sind notwendig, um die bestehende Infrastruktur bis dahin zu erhalten. Die Bahn bittet die Fahrgäste um Verständnis und verspricht, die Bauarbeiten so effizient wie möglich durchzuführen.



