Thüringen als Vorreiter bei digitaler Ersthelfer-Unterstützung
Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei in Thüringen sind seit Dienstag mit einer neuen App ausgestattet, die Ersthelfern nach Unfällen und Unglücken sofortige Hilfe bei Schäden oder Verletzungen bietet. Dies gab Innenstaatssekretär Andreas Bausewein in Jena bekannt. Die App ist auf den Tablets der Einsatzkräfte sowie auf den Mobiltelefonen der Polizisten verfügbar und enthält einen speziellen „Ersthelfer-Button“. Über diesen gelangen die Helfer direkt zu den Kontaktdaten der gesetzlichen Unfallkasse, die für die Schadensregulierung zuständig ist.
Wie die neue Funktion funktioniert
Der Ersthelfer-Button ist Teil der digitalen Ausstattung der Rettungskräfte in Thüringen. Per herunterladbarem Code werden die relevanten Informationen bereitgestellt. „Ersthelfer müssen wissen, was ihnen zusteht und wer ihnen hilft“, betonte Bausewein. Thüringen sei mit dieser Funktion auf den Digitalgeräten der Rettungskräfte bundesweit Vorreiter. Bislang gibt es keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen in Thüringen jährlich Erste Hilfe leisten. Die digitale Meldung bei der Unfallkasse könnte künftig mehr Daten liefern.
Bedeutung für die Sicherheitskräfte und die Gemeinschaft
Oft sind es Passanten und Augenzeugen, die Menschen in Not bis zum Eintreffen professioneller Rettungskräfte helfen. Diese Ersthelfer überbrücken entscheidende Minuten und können Leben retten, erklärte der Jenaer Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe. „Ebenso wichtig ist es, dass sie nach ihrer Hilfe schnell erfahren, welche Unterstützung ihnen zusteht“, so Koppe. Das neue Angebot schaffe mehr Klarheit und erleichtere den Zugang zur gesetzlichen Unfallversicherung. Einige Thüringer Kommunen haben in den vergangenen Jahren bereits sogenannte First Responder-Einheiten aufgestellt, die oft an die Freiwilligen Feuerwehren angegliedert sind.
Ausblick und weitere Entwicklung
Das Innenministerium hofft, dass die neue Funktion die Hemmschwelle für Ersthelfer senkt und die Anerkennung ihres Einsatzes fördert. Langfristig könnte die digitale Erfassung auch dazu beitragen, die Anzahl der Ersthelfer und die Art der Schäden besser zu dokumentieren. Bausewein betonte, dass Thüringen mit diesem Schritt seine Vorreiterrolle in der Digitalisierung der Rettungsketten ausbaue.



