Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter des CSD-Attentats am Sonntag in einer Berliner Kleingartenanlage gestellt und erschossen. Bei dem Anschlag auf den Christopher Street Day war eine Frau getötet worden, rund 30 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Die Ermittler bestätigten den Einsatz am späten Vormittag.
Einsatz in Kleingartenanlage
Nach Angaben der Polizei wurde der Verdächtige gegen 10:30 Uhr in einer Schrebergartensiedlung im Berliner Ortsteil Lichtenberg aufgespürt. Als die Beamten ihn stellen wollten, habe der Mann eine Schusswaffe gezogen, woraufhin die Polizei von ihrer Schusswaffe Gebrauch machte. Der Tatverdächtige erlag noch am Ort seinen Verletzungen. Die genauen Umstände des Schusswaffengebrauchs werden nun von der Staatsanwaltschaft untersucht.
Hintergründe der Tat
Der Anschlag ereignete sich am Samstagnachmittag während der CSD-Parade in Berlin-Mitte. Ein Täter hatte mit einem Fahrzeug in die Menschenmenge gesteuert und mehrere Personen angefahren. Eine 34-jährige Frau starb noch am Unfallort, 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei ging zunächst von einem terroristischen Hintergrund aus, nannte aber keine konkreten Hinweise auf eine politische Motivation. Die Ermittlungen zur genauen Tatgenese dauern an.
„Der Einsatz war notwendig, um eine weitere Gefahr für die Bevölkerung abzuwenden“, erklärte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten den Verdächtigen zuvor stundenlang observiert. Nach der Tat am Samstag war eine großangelegte Fahndung angelaufen, bei der auch ein Hubschrauber und Spezialeinheiten zum Einsatz kamen.
Reaktionen aus der Politik
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich erleichtert über die Festnahme des Täters. „Die Polizei hat entschlossen gehandelt und Schlimmeres verhindert. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, so Wegner. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte eine enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden an, um die Hintergründe der Tat restlos aufzuklären. Vertreter der LGBTQ+-Community zeigten sich erschüttert, aber dankbar für das schnelle Eingreifen der Polizei.
Ausblick
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen übernommen. Nun soll geklärt werden, ob der Täter allein handelte oder ein Netzwerk hinter dem Anschlag steckt. Die Polizei bittet Zeugen, die weitere Hinweise geben können, sich zu melden. Die CSD-Organisatoren kündigten für die kommenden Tage eine Gedenkveranstaltung für die getötete Frau an.



