Ein 66-jähriger an Demenz erkrankter Mann, der am 9. April aus einer Pflegeeinrichtung im Berliner Ortsteil Pankow verschwunden war, ist mehr als drei Monate später lebend entdeckt worden. Rettungskräfte bemerkten den Mann und brachten ihn umgehend in ein Krankenhaus, wie die Berliner Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Mann war auf tägliche Medikamente angewiesen und konnte sich nicht selbst versorgen, weshalb eine dringende Fahndung eingeleitet worden war.
Fahndungsaufruf blieb lange ohne Erfolg
Etwa eine Woche nach seinem Verschwinden veröffentlichte die Polizei einen öffentlichen Fahndungsaufruf und bat die Bevölkerung um Hinweise. In dem Aufruf hieß es, der 66-Jährige sei dement und benötige dringend Medikamente. Damals bestand die Befürchtung, dass er ohne Hilfe nicht überleben könne. Die Fahndung blieb über Wochen erfolglos, bis nun Rettungskräfte den Mann zufällig entdeckten und identifizierten.
Die Polizei dankte in ihrer Mitteilung den Einsatzkräften für die aufmerksame Beobachtung. Nähere Angaben zum Gesundheitszustand des Mannes machte die Behörde nicht. Der Mann wurde nach seiner Auffindung medizinisch versorgt und befindet sich nun in einem Krankenhaus.
Hintergrund des Falls
Der Vorfall ereignete sich in einer Pflegeeinrichtung in Pankow, einem Stadtteil im Norden Berlins. Der 66-Jährige war vermutlich allein aus dem Heim gegangen und hatte sich danach orientierungslos verirrt. Die Polizei hatte bei der Fahndung unter anderem auf Fotos des Mannes und eine genaue Personenbeschreibung gesetzt. Die genauen Umstände seines Aufenthalts in den vergangenen Monaten sind Gegenstand der Ermittlungen.
Der Fall zeigt die Risiken, die mit dem Weggehen dementer Patienten verbunden sind. Pflegeeinrichtungen sind gehalten, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, dennoch kommt es immer wieder zu Vermisstenfällen. Die Berliner Polizei appelliert an Angehörige und Betreuer, bei Demenzkranken besonders achtsam zu sein.
Weitere Entwicklung
Der 66-Jährige bleibt vorerst stationär im Krankenhaus. Die Polizei schloss nicht aus, dass es sich um einen glücklichen Zufall handelte, dass der Mann so lange überlebte. Ohne die Unterstützung durch Medikamente wäre sein Zustand womöglich kritisch geworden. Die Beamten zeigten sich erleichtert über den positiven Ausgang des Falls.
Wie oft Menschen mit Demenz in Berlin vermisst werden, ist statistisch nicht genau erfasst. Die Polizei betont jedoch, dass die meisten Fälle innerhalb weniger Stunden oder Tage gelöst werden. Der Fall in Pankow stellte eine Ausnahme dar, da der Mann über 90 Tage nicht auffindbar war.



