Am Strandbad Utting am Ammersee gibt es für Schüler mit schlechten Noten eine süße Belohnung: Wer eine Sechs im Zeugnis vorweisen kann, erhält ein Eis und Salzstangen. Das bestätigt der Betreiber Martin Gruber im Interview.
Die Idee hinter der Aktion
Martin Gruber, der das Strandbad Utting betreibt und zugleich als Bademeister und Koch arbeitet, bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als Demotivationstrainer. Mit der Aktion möchte er Schülern zeigen, dass auch eine schlechte Note nicht das Ende der Welt ist. „Wir feiern die Nieten!“, sagt Gruber. Die Belohnung soll den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ihnen zeigen, dass sie trotzdem willkommen sind.
Die Aktion startete am 4. August 2026 und sorgt seither für Aufsehen. Schüler, die ihr Zeugnis mit einer Sechs vorzeigen, erhalten am Strandbad-Kiosk kostenlos ein Eis und eine Tüte Salzstangen. Laut Gruber kommen die Belohnungen gut an: „Die Kinder freuen sich riesig, und auch die Eltern finden die Idee klasse.“
Reaktionen und Resonanz
Die Aktion hat in der Region für Gesprächsstoff gesorgt. Viele Eltern begrüßen die Geste, da sie den Druck auf die Kinder reduziert. Andere kritisieren, dass schlechte Noten nicht belohnt werden sollten. Gruber verteidigt seine Aktion: „Es geht nicht darum, Faulheit zu belohnen, sondern darum, den Kindern zu zeigen, dass man auch mit einer Sechs ein toller Mensch sein kann.“
Die Resonanz ist so groß, dass Gruber überlegt, die Aktion bis zum Ende der Sommerferien zu verlängern. Bisher wurden bereits über 100 Eisportionen an Schüler mit Sechsen verteilt, wie er berichtet.
Mehr als nur ein Gag
Für Gruber ist die Aktion mehr als nur ein Gag. Er möchte damit ein Zeichen setzen und die Diskussion über Noten und Leistungsdruck anregen. „Schulen sollten nicht nur nach Noten gehen, sondern auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder fördern“, sagt er. Die Belohnung für schlechte Noten sei eine Möglichkeit, den Fokus auf das Positive zu lenken.
Das Strandbad Utting ist bekannt für seine entspannte Atmosphäre. Mit der Aktion will Gruber auch neue Gäste anlocken und das Bad als Ort der Toleranz und des Humors präsentieren. „Wir sind hier nicht nur zum Schwimmen, sondern auch zum Lachen da“, so der Betreiber.
Die Aktion läuft noch bis zum Ende der Sommerferien. Schüler müssen lediglich ihr Zeugnis am Kiosk vorzeigen, um die Belohnung zu erhalten. Gruber hofft, dass die Aktion auch andere Einrichtungen inspiriert, ähnliche Ideen umzusetzen.



