Die Bilder aus Ceuta sind verstörend: Rund 60.000 Migranten haben in den letzten Tagen die spanische Grenzstadt gestürmt, weitere versuchten es in Melilla. Für Julia Ruhs ist das ein Weckruf: Europa müsse jetzt zur Festung werden – mit massiveren Zäunen, Stacheldraht und Abschreckung. Sonst baue man sich die Mauern mitten in den eigenen Alltag und verliere Stück für Stück das, was Europa ausmache.
Ein Ansturm als Warnsignal
Ruhs sieht in den Ereignissen an der nordafrikanischen Küste eine Warnung, die nicht ignoriert werden dürfe. Wer behaupte, man müsse irreguläre Migration hinnehmen oder gar Menschen aus Ceuta aufnehmen, verkenne naiv die Folgen. Solche Positionen machten sich geradezu zum Gehilfen derjenigen, die Europa durch Migration und Desinformation destabilisieren wollten.
Die Ankömmlinge seien keine Flüchtlinge im rechtlichen Sinne, sondern fast ausnahmslos junge Männer, die glaubten, nur eine Grenze übertreten zu müssen, um ihren Lebensumständen zu entkommen. Sie würden mutmaßlich von Marokko instrumentalisiert. Würden sich alle Menschen mit ähnlicher Lebenslage auf den Weg machen, stünden nicht Zehntausende, sondern Millionen an Europas Toren.
Europa als verklärtes Versprechen
Europa erscheine diesen Migranten als blumiges Versprechen von Sicherheit, Wohlstand und sozialen Systemen. Doch sie sähen nicht, dass die Europäer viel dafür geschuftet hätten. Rechtsstaatlichkeit, Bildung, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlicher Zusammenhalt seien nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis der Aufopferung voriger Generationen.
In Marokko herrsche kein Krieg, es sei ein sicherer Herkunftsstaat ohne Asylchance. Man mache dort sogar Urlaub. Die jungen Männer hätten die Pflicht, selbst etwas aus ihrem Land zu machen, anstatt sich egoistisch in ein gemachtes Nest zu setzen.
Die blutige Bilanz falscher Zuwanderung
Ruhs verweist auf eine Reihe von Gewalttaten, die sie der Migration zuschreibt: In Trier erstach ein Afghane einen Studenten, in München vergewaltigten zwei Syrer eine 18-Jährige, nahe Würzburg wurde ein Mann mit Israel-Anstecker von einem Syrer zusammengeschlagen. In Hamburg riss ein Südsudanese eine 18-Jährige vor einen Zug, in Belfast versuchte ein Sudanese, einem Mann den Kopf abzuschneiden. Solche Taten dürfe es auf dem Kontinent nicht geben.
Die Gesellschaft sei talentiert darin, schnell zu vergessen. Doch es sei längst keine Frage mehr, ob, sondern wann und wo die nächste Tat passiere. Besonders litten jene Gruppen, denen Schutz versprochen worden sei: Frauen, Juden, Schwule und Lesben, die von Islamisten und Freiheitshassern verachtet würden.
Freiheit wird zur Sicherheitszone
Die Lebensweise habe sich bereits verändert: Poller und Betonblöcke um Weihnachtsmärkte, Messerverbotszonen, Taschenkontrollen, mehr Polizeipräsenz. Stadtfeste würden abgesagt, weil Sicherheitspersonal und Barrieren fehlten oder zu teuer seien. Europäische Staaten riefen ihre Bürger zu Wachsamkeit auf. Nach jedem Anschlag folge dieselbe Routine: mehr Polizeirechte, härteres Strafrecht, neue Sicherheitsmaßnahmen.
Ruhs kritisiert, dass die Aufrüstung im Inneren erfolge, weil man außen nicht konsequent genug sei. Die Freiheit, die man schützen wolle, werde so immer weiter eingeschränkt. Deshalb bleibe nur der Weg zur Festung Europa: starke Außengrenzen, massivere Zäune, Stacheldraht, Abschreckung und Social-Media-Kampagnen mit dem Signal „Hier kommt keiner mehr rein“ – aus Selbstschutz, damit Europa nicht an seiner gutgemeinten Offenheit zugrunde gehe.



