Ex-Berlinerin im Erzgebirge: „Tochter sagt, sie verschwendet hier ihre besten Jahre“
Ex-Berlinerin im Erzgebirge: Tochter fühlt sich verschwendet

Eli Nowack, 41 Jahre alt und eigentlich anders lautend, hat Berlin verlassen und ist mit ihren beiden Teenagern in ein 400-Seelen-Dorf im Erzgebirge gezogen. Die Natur sei schön, aber glücklich sei sie nicht, sagt sie. Ihre Tochter äußerte sich drastisch: „Meine Tochter sagt, sie verschwendet hier ihre besten Jahre“, berichtet Nowack.

Vom Großstadtleben ins Abseits

Die meisten Berliner, die die Stadt verlassen, ziehen ins Umland, etwa ins Havelland oder die Landkreise Oberhavel und Barnim. Dort sind die Immobilienpreise niedriger als im Speckgürtel, aber Berlin bleibt gut erreichbar. Eli Nowack ist weiter gegangen – ins Erzgebirge, rund 200 Kilometer südlich von Berlin. Die Infrastruktur ist dürftig: Es gibt kein Kino, keine öffentlichen Verkehrsmittel. „Das war uns bewusst, aber die Realität hat uns eingeholt“, erklärt sie.

Alltag ohne Komfort

Der Umzug bedeutete einen radikalen Einschnitt. Die Kinder vermissen ihre Freunde und die gewohnte Umgebung. Die Tochter leidet besonders unter der Abgeschiedenheit. „Sie sagt, sie verschwendet hier ihre besten Jahre“, wiederholt Nowack. Die fehlende Mobilität macht die Situation schwierig: Ohne Auto ist man auf dem Dorf isoliert. Auch kulturelle Angebote fehlen. „Es gibt kein Kino, kein Schwimmbad, nichts“, klagt die Mutter.

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Herausforderungen für Jugendliche

Für Teenager ist das Landleben oft besonders hart. Studien zeigen, dass Jugendliche in ländlichen Regionen häufiger über Langeweile und fehlende Perspektiven klagen. Nowacks Tochter ist keine Ausnahme. „Sie fühlt sich abgeschnitten und unverstanden“, sagt die 41-Jährige. Die Mutter selbst hadert mit der Entscheidung: „Ich habe mir das einfacher vorgestellt. Die Natur ist wunderschön, aber das allein reicht nicht.“

Bilanz nach dem Umzug

Nowack bereut den Schritt nicht grundsätzlich, aber sie sieht die Probleme klar. „Wir müssen Wege finden, uns hier einzuleben. Aber es ist schwer, wenn die Kinder unglücklich sind.“ Sie sucht nach Anschluss in der Dorfgemeinschaft, doch der sei nicht einfach zu finden. „Die Leute sind freundlich, aber als Zugezogene bleibt man außen vor.“ Die Zukunft ist ungewiss: „Vielleicht ziehen wir irgendwann zurück, aber im Moment ist das keine Option.“

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