Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye mit 85 Jahren gestorben
Ex-Regierungssprecher Heye mit 85 Jahren gestorben

Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Er starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie der von ihm mitbegründete Verein „Gesicht zeigen!“ am Montag mitteilte. Heye war eine prägende Figur der Sozialdemokratie und bekannt für seine ruhige Art.

Leben und Karriere

Heye wurde 1938 im Sudetenland geboren und kam nach dem Krieg nach Deutschland. Seine journalistische Laufbahn begann er bei der „Süddeutschen Zeitung“, für die er von 1968 bis 1973 als Korrespondent in Bonn arbeitete. Danach wechselte er in die Politik: Er wurde Redenschreiber von Bundeskanzler Willy Brandt und blieb auch nach dessen Kanzlerschaft dessen Pressesprecher.

Ab 1979 arbeitete Heye als freier Journalist, bevor er 1990 Sprecher der niedersächsischen Landesregierung unter Gerhard Schröder wurde. 1998 machte Schröder ihn zum ersten Sprecher der rot-grünen Bundesregierung. In dieser Funktion war Heye für die Außendarstellung der Koalition verantwortlich, die einen holprigen Start hatte. Er erwarb sich einen Ruf als gelassener und loyaler Regierungssprecher.

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Weitere Stationen

Nach der Bundestagswahl 2002 übergab Heye das Amt an Bela Anda und ging als deutscher Generalkonsul nach New York. 2006 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Chefredakteur der SPD-Mitgliederzeitung „Vorwärts“, eine Position, die er vier Jahre lang innehatte. Im selben Jahr zog er nach Potsdam-Babelsberg, wo er auch als Kolumnist für die Potsdamer Neuesten Nachrichten tätig war.

Neben seiner politischen Arbeit war Heye auch als Autor erfolgreich. Sein Buch „Vom Glück nur ein Schatten. Eine deutsche Familiengeschichte“ erzählt den Lebensweg seiner Eltern und wurde 2009 verfilmt. Gemeinsam mit der früheren Leiterin des Potsdamer Filmmuseums schrieb er „Wir wollten ein anderes Land“ über deren Familiengeschichte und ihre Mutter, die frühere Oberbürgermeisterin Brunhilde Hanke.

Engagement gegen Rechtsextremismus

Besonders engagiert war Heye ab 2000 als Gründer und Vorsitzender des Vereins „Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland“, der sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzt. Der Verein würdigte ihn in seiner Mitteilung als „unermüdlichen Kämpfer für Demokratie und Toleranz“.

Heyes Tod hinterlässt eine Lücke in der deutschen Politik- und Medienlandschaft. Seine Arbeit als Kommunikator zweier Bundeskanzler und sein Einsatz für ein weltoffenes Deutschland bleiben unvergessen.

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