Forstarbeiter finden Skelettteile: Verbindung zu Vermisstenfall?
Forstarbeiter finden Skelettteile im Wald

Bei routinemäßigen Forstarbeiten im niederbayerischen Landkreis Kelheim haben Arbeiter am Dienstagmorgen menschliche Knochenteile entdeckt. Die Polizei geht davon aus, dass die Gebeine möglicherweise mit einem seit Jahren ungeklärten Vermisstenfall in der Region zusammenhängen. Die Ermittler haben die Fundstelle im Waldgebiet nahe der Gemeinde Ihrlerstein weiträumig abgesperrt und die Kriminalpolizei eingeschaltet.

Zufallsfund bei Pflegemaßnahmen

Die Forstarbeiter waren laut Polizeiangaben mit Pflegemaßnahmen in einem schwer zugänglichen Waldstück beschäftigt, als sie auf die Knochen stießen. „Die Männer haben sofort den Notruf gewählt und die Stelle nicht weiter verändert“, sagte ein Polizeisprecher. Die genaue Lage des Fundorts wollte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht öffentlich machen, um die Arbeit der Spurensicherung nicht zu gefährden.

Die Beamten der Polizeiinspektion Kelheim sicherten die Fundstelle zunächst und zogen Spezialkräfte der Kriminalpolizei Straubing hinzu. Ein Rechtsmediziner wurde ebenfalls angefordert, um die Knochenteile zu begutachten. Ob es sich tatsächlich um menschliche Überreste handelt, soll nun in einer forensischen Untersuchung zweifelsfrei geklärt werden. Die Polizei betonte jedoch, dass „nach ersten Einschätzungen alles darauf hindeutet, dass es sich um menschliche Knochen handelt“.

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Möglicher Bezug zu Vermisstenfall aus 2021

Die Ermittler prüfen nun, ob die gefundenen Knochen zu einem Mann gehören, der seit Juni 2021 als vermisst gilt. Der damals 57-Jährige aus dem Landkreis Kelheim war zuletzt in seinem Wohnort gesehen worden und anschließend spurlos verschwunden. Trotz intensiver Suchaktionen mit Hunden, Hubschraubern und Tauchern blieb der Mann unauffindbar. Die Polizei hatte damals einen Zusammenhang mit einem Sturz oder einem medizinischen Notfall nicht ausgeschlossen.

„Wir können zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch ausschließen, dass die Knochen zu dem Vermissten gehören“, erklärte der Polizeisprecher. Die Identitätsfeststellung sei komplex und könne mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Neben der forensischen Untersuchung soll auch eine DNA-Analyse Aufschluss geben. Die Angehörigen des Vermissten wurden bereits informiert und werden laut Polizei „behutsam“ über den Stand der Ermittlungen unterrichtet.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun nach Zeugen, die im Bereich des Fundorts verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Insbesondere Personen, die in den vergangenen Monaten im Waldgebiet unterwegs waren, werden gebeten, sich zu melden. Auch Drohnen sollen eingesetzt werden, um das Gelände aus der Luft zu durchkämmen.

Der Fundort liegt in einem abgelegenen Tal, das bei Spaziergängern und Wanderern weniger frequentiert ist. Die Polizei vermutet, dass die Knochen dort bereits längere Zeit gelegen haben könnten. „Der Verwesungsgrad und die Lage der Fundstelle deuten darauf hin, dass die Überreste schon einige Zeit dort waren“, so der Sprecher. Eine genaue Liegezeit könne jedoch erst das rechtsmedizinische Gutachten bestimmen.

Kein Hinweis auf ein Verbrechen

Bislang gibt es nach Angaben der Polizei keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. „Wir gehen derzeit nicht von einem Gewaltverbrechen aus“, sagte der Sprecher. Dennoch würden alle Möglichkeiten geprüft, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Die Beamten arbeiten eng mit der Staatsanwaltschaft Regensburg zusammen, die die weiteren Schritte koordiniert.

Der Fall erinnert an ähnliche Vorfälle in der Region, bei denen vermisste Personen erst nach Jahren durch Zufallsfunde entdeckt wurden. So wurde erst im vergangenen Jahr ein seit 2019 vermisster Wanderer in einem Waldstück bei Roding gefunden. Die Polizei appelliert daher an die Bevölkerung, Hinweise auch noch nach langer Zeit zu melden.

Rechtsmedizinische Untersuchung angeordnet

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat eine Obduktion der Knochenfunde angeordnet. Die Untersuchungen sollen in der Rechtsmedizin der Universität Regensburg durchgeführt werden. Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet. Die Polizei kündigte an, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

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Bis dahin bleibt die Identität der Person unklar. Die Polizei bittet Medien und Bevölkerung um Verständnis, dass aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine weiteren Details genannt werden können. Man werde sich melden, sobald es Neuigkeiten gebe.