Eine Frau hat sich beim Versuch, einen Brand in ihrer Wohnung im Landkreis Rostock zu löschen, leichte Verletzungen zugezogen. Das Feuer war am Montagabend gegen 20 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im fünften Stock eines Mehrfamilienhauses in Teterow ausgebrochen und griff schnell auf die gesamte Wohnung über. Nach Angaben der Polizei wurde die Frau vor Ort medizinisch versorgt und anschließend mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht, konnte aber nach ambulanter Behandlung entlassen werden.
Evakuierung des gesamten Gebäudes
Die starke Rauchentwicklung und die Brandausbreitung machten eine Evakuierung des gesamten Hauses notwendig. Insgesamt mussten etwa 15 Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr rückte mit mehr als 30 Einsatzkräften an, darunter drei Löschfahrzeuge, eine Drehleiter und ein Rettungswagen. Die Einsatzkräfte halfen älteren und mobilitätseingeschränkten Bewohnern beim Verlassen des Gebäudes. Die Polizei sperrte die umliegenden Straßen für den Verkehr. Die Bewohner wurden vorübergehend bei Nachbarn oder in einer von der Stadt eingerichteten Notunterkunft untergebracht. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 22 Uhr an.
Hoher Sachschaden und Folgeschäden
Durch die Löschmaßnahmen wurde auch die Bausubstanz des Hauses in Mitleidenschaft gezogen. Das Löschwasser drang in darunter liegende Etagen ein und verursachte erhebliche Wasserschäden. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf rund 200.000 Euro. Die Brandwohnung selbst ist unbewohnbar und muss umfassend saniert werden. Die restlichen Bewohner konnten zunächst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren; das Gebäude muss von einem Statiker auf seine Sicherheit überprüft werden. Ein Polizeisprecher erklärte: „Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Wir gehen derzeit von einem technischen Defekt aus, schließen aber auch fahrlässiges Verhalten nicht aus.“
Feuerwehr appelliert an Eigenvorsorge
Im Zusammenhang mit dem Brand in Teterow warnt die Feuerwehr vor den Gefahren eigenständiger Löschversuche. „Bei einem Wohnungsbrand sollte man niemals versuchen, das Feuer selbst zu löschen, sondern umgehend die Feuerwehr alarmieren und die Wohnung verlassen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Teterow. Rauchmelder in Wohnungen könnten Leben retten. Die Polizei ergänzt, dass im Brandfall die Tür geschlossen und der Raum über das Treppenhaus verlassen werden sollte. Fahrstühle dürften nicht benutzt werden. Die Behörden weisen zudem darauf hin, dass in Mecklenburg-Vorpommern jährlich mehrere Hundert Wohnungsbrände gemeldet werden, bei denen immer wieder Menschen verletzt werden. Der Vorfall in Teterow zeigt einmal mehr, wie wichtig schnelle und richtige Reaktionen im Brandfall sind.



