Cornelia Funke sieht Männerdominanz als Hindernis für „Die Wilden Hühner“-Serie
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke macht die Männerdominanz im Film- und Fernsehgeschäft dafür verantwortlich, dass ihre Pläne für eine Fortsetzung der erfolgreichen „Wilden Hühner“-Reihe bisher nicht verwirklicht werden konnten. Die 67-Jährige erklärte im Gespräch mit dem „Spiegel“, dass sie das Konzept für eine Serie über die erwachsenen „Hühner“ bei vier Streamingdiensten und zwei Fernsehsendern eingereicht habe. Die Resonanz sei jedoch enttäuschend gewesen: Entweder habe es gar keine Rückmeldung gegeben oder nur sehr vage Aussagen. Angesichts des Bestsellerstatus der Buchreihe sei dies bemerkenswert.
Der erste Band „Die Wilden Hühner“ erschien 1993 und erzählt die Geschichte einer Mädchenbande. Vor einigen Jahren kündigte Funke an, die Figuren als 30-jährige Frauen zurückzubringen. Ihrer Meinung nach liegt das ausbleibende Interesse der Sender und Streamer daran, dass in den entscheidenden Positionen überwiegend Männer säßen, die sich für Geschichten über Frauen nicht interessierten. Sie zitierte einen Satz, den sie irgendwo gehört habe: „Die Jungs entscheiden“. Dieser treffe leider auch in diesem Fall zu.
Im Gegensatz dazu erlebe sie auf ihren Lesungen ein enormes Interesse an der Fortsetzung. Immer wieder werde sie gefragt, wann die Hühner zurückkommen, was sie heute machen und ob sie noch befreundet sind. Es gebe also eine gesicherte Zuschauerschaft. Derzeit führt Funke Gespräche mit dem Thalia Theater in Hamburg. Möglicherweise werde „Die Wilden Hühner“ zunächst auf die Bühne gebracht.
Insgesamt umfasst die Reihe fünf Bände, die in drei Kinofilmen, Hörspielen und Theaterfassungen adaptiert wurden. Funkes Idee für die Zukunft sieht eine sechsteilige Serie vor, die das Leben der Teenager Sprotte, Frieda, Melanie, Trude und Wilma rund 20 Jahre später zeigt – zum Streamen oder im Fernsehen.



