In der Justizvollzugsanstalt Niederschönenfeld haben 16 Gefangene ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Die Absolventen erhielten ihre Abschlusszeugnisse in einer feierlichen Zeremonie, die von Vertretern der Anstalt, der Agentur für Arbeit und der IHK Schwaben begleitet wurde. Damit haben sie die Chance auf eine bessere Zukunft nach ihrer Entlassung.
Ausbildung als Schlüssel zur Resozialisierung
Die Ausbildung inhaftierter Menschen ist ein zentraler Baustein der Resozialisierung. „Eine abgeschlossene Berufsausbildung erhöht die Chancen auf ein straffreies Leben nach der Haft erheblich“, betonte Anstaltsleiterin Petra Müller bei der Übergabe der Zeugnisse. Die Absolventen haben in verschiedenen Berufen wie Metallbau, Elektrotechnik oder Holzverarbeitung gelernt. Die Ausbildungsplätze werden in den eigenen Werkstätten der JVA angeboten.
Die 16 Absolventen haben in den vergangenen zwei bis drei Jahren ihre Lehrzeit absolviert. Die praktische Ausbildung erfolgte in den modernisierten Werkstätten der Anstalt, die theoretischen Kenntnisse wurden in der hauseigenen Berufsschule vermittelt. Die Prüfungen wurden von der IHK Schwaben abgenommen. „Die Erfolgsquote liegt bei über 90 Prozent“, erklärte ein Sprecher der IHK. Das ist deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt.
Positive Resonanz von Politik und Wirtschaft
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) lobte das Engagement der JVA: „Die Ausbildung im Strafvollzug ist ein wichtiger Beitrag zur Integration von Straftätern in die Gesellschaft.“ Auch die Agentur für Arbeit betonte die Bedeutung von Qualifikation für den Arbeitsmarkt. Nach ihrer Entlassung können die ehemaligen Gefangenen auf Unterstützung bei der Arbeitssuche hoffen.
Die JVA Niederschönenfeld ist eine der größten Justizvollzugsanstalten Bayerns und bietet ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen an. „Wir wollen den Gefangenen eine echte Perspektive bieten“, sagte Ausbildungsleiter Klaus Schmidt. Die Ausbildung ist freiwillig, wird aber von vielen Gefangenen genutzt. „Die Motivation ist hoch, weil die Gefangenen wissen, dass sie damit ihre Zukunft verbessern können“, so Schmidt.
Erfolgsgeschichten aus der Praxis
Einer der Absolventen ist der 28-jährige Markus S., der eine Ausbildung zum Metallbauer abgeschlossen hat. „Ich habe in der Haft eine Chance bekommen, die ich vorher nie hatte“, sagte er bei der Feierstunde. Er möchte nach seiner Entlassung in einem Betrieb in der Region arbeiten. Die JVA unterstützt solche Pläne durch enge Kontakte zu Unternehmen und Handwerksbetrieben.
Die Erfolgsquote von über 90 Prozent zeigt, dass das Ausbildungskonzept greift. Die Absolventen haben nicht nur fachliches Wissen erworben, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit. Das kommt auch späteren Arbeitgebern zugute. „Wir stellen gerne ehemalige Gefangene ein, wenn sie gut ausgebildet sind“, sagt ein regionaler Unternehmer, der anonym bleiben möchte.
Ausblick: Integration in den Arbeitsmarkt
Nach der Entlassung sollen die ehemaligen Gefangenen nahtlos in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Agentur für Arbeit bietet spezielle Programme an, die den Übergang erleichtern. „Wir begleiten die Absolventen intensiv bei der Suche nach einem Arbeitsplatz“, erklärte eine Sprecherin. Zudem gibt es Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber, die ehemalige Straftäter einstellen.
Die JVA Niederschönenfeld plant, das Ausbildungsangebot weiter auszubauen. „Wir wollen noch mehr Gefangenen die Chance auf eine Ausbildung geben“, kündigte Anstaltsleiterin Müller an. Geplant sind neue Lehrgänge in zukunftsorientierten Bereichen wie IT und Logistik. Damit soll die Resozialisierungsquote weiter erhöht werden. Die heutige Abschlussfeier war ein ermutigendes Signal für alle Beteiligten.



