Hundetrainerin warnt vor gefährlichem Ragebaiting-Trend auf TikTok
Hundetrainerin warnt vor Ragebaiting auf TikTok

Ein viraler Trend auf TikTok und Instagram sorgt für Millionen Klicks, doch Hundetrainerin Katharina Marioth schlägt Alarm: Beim sogenannten Ragebaiting werden Hunde absichtlich provoziert – etwa durch Anpusten ins Gesicht oder vortäuschen von Streicheleinheiten. Was viele als lustigen Spaß betrachten, bedeutet für die Tiere erheblichen Stress und kann langfristig die Mensch-Hund-Bindung schädigen.

„Trainingseinheit fürs Gegenteil von Vertrauen“

Marioth, die gegenüber PETBOOK (ebenfalls Axel Springer) sprach, zeigt sich besorgt: „Ehrlich gesagt: Das macht mich wütend und zwar nicht im Sinne des Trends, sondern im echten Sinne.“ Wer seinen Hund wiederholt anpuste oder dessen Grenzen ignoriere, vermittle dem Tier, „dass seine Signale nichts wert sind“. Sie bezeichnet dies als „Trainingseinheit fürs Gegenteil von Vertrauen“. Die Bindung zwischen Mensch und Hund werde „nur für Klickzahlen“ auf Social Media untergraben.

Besonders problematisch sei, dass Hunde sich solchen Situationen nicht entziehen könnten. „Die einzige Sprache, die ihnen bleibt, ist Körpersprache, und genau die wird hier bewusst ignoriert, weil die Reaktion ja der ‚Witz‘ ist“, erklärt die Expertin.

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Warum Anpusten problematisch ist

Das Anpusten ins Gesicht hält Marioth für besonders bedenklich. Augen, Nase und Maul seien empfindlich, und das nahe Anpusten verstoße aus Hundesicht gegen übliche Distanzregeln. „Wenn wir das tun, verhalten wir uns aus Hundesicht unhöflich bis bedrohlich, nur eben verpackt als Mensch-Spaß.“

Ignorierten Menschen die Warnsignale ihrer Hunde wiederholt, könne das Tier später direkt mit Schnappen oder Beißen reagieren. Der Hund sei dann nicht aggressiv, sondern habe gelernt, „dass ihm nichts anderes übrigbleibt“, so Marioth.

Häufig übersehene Stresssignale bei Hunden

Zu den Stresssignalen, die viele Halter übersehen, zählen unter anderem das Wegdrehen des Kopfes, Lippenlecken, angelegte Ohren, Ducken, eine tief getragene oder eingeklemmte Rute sowie plötzliches Erstarren. Gerade das Erstarren werde oft als Ruhe missverstanden, könne aber ein Zeichen für „maximalen Stress“ sein.

Der Trend zeigt, wie virale Inhalte oft auf Kosten des Tierwohls gehen. Marioth appelliert an Hundebesitzer, die Signale ihrer Tiere ernst zu nehmen und auf solche „Spaß“-Aktionen zu verzichten.

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