Jugendlicher zertritt Skulptur der Familie Grün in Potsdam
Jugendlicher zertritt Skulptur Familie Grün in Potsdam

In der Potsdamer Innenstadt ist erneut eine Figur der Skulpturengruppe „Familie Grün“ beschädigt worden. Nach Angaben der Polizeidirektion West trat ein Jugendlicher in der Nacht zu Sonntag gegen die kleinste der drei Figuren – den Sohn. Ein aufmerksamer Bürger meldete den Vorfall am Sonntagabend. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, die Kriminalpolizei ist mit dem Fall betraut. Der entstandene Schaden beläuft sich auf mehrere Hundert Euro.

Vandalismus in der Brandenburger Straße

Die Tat ereignete sich in der Brandenburger Straße, einer zentralen Einkaufsstraße in Potsdam. Der tatverdächtige Jugendliche war laut Polizei Teil einer größeren Teenagergruppe. Durch den Tritt geriet die Sohnfigur in Schieflage. Der Unterkörper wurde provisorisch mit Klebeband fixiert, rund um das Ensemble wurden Absperrungen errichtet. Die Figur steht nun unsicher auf dem Sockel.

Die „Familie Grün“ – bestehend aus Vater, Mutter und Kind – ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Fotomotiv in Potsdam. Der Name stammt von der dominierenden grünen Farbe, ist aber keine offizielle Bezeichnung. Das Original wurde Anfang der 1980er-Jahre vom Künstlerehepaar Carola und Joachim Buhlmann geschaffen. Wegen irreparabler Schäden wurde es 2013 abgebaut. Seit 2020 steht eine Kopie der Künstlerin Kerstin Becker aus Zossen an der Ecke Brandenburger Straße/Lindenstraße.

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Wiederholte Angriffe auf das Ensemble

Die Skulpturengruppe wird immer wieder Ziel von Zerstörungswut. Bereits Ende 2023 waren Mutter und Vater beschädigt worden, woraufhin das Ensemble monatelang abgesperrt blieb. Im Juni 2022 brachen Unbekannte die Sohnfigur ab. Die jüngste Attacke ist der dritte Vandalismusvorfall innerhalb von drei Jahren. Die ursprüngliche Skulptur hatte ebenfalls unter Witterung und Vandalismus gelitten, bis sie nicht mehr zu retten war.

Um die „Familie Grün“ besser zu schützen, gab es in der Vergangenheit verschiedene Vorschläge. Diskutiert wurden ein Umzug an einen anderen Standort, der Bau einer widerstandsfähigeren Kopie aus Polymerbeton oder die Installation von Videoüberwachung. Keiner dieser Pläne wurde jedoch umgesetzt. Ein Vorstoß der Stadtverordneten, die Figuren aus Polymerbeton nachzugießen, scheiterte am Veto der Tochter der Künstler. Sie argumentierte, dass die Farbgestaltung nicht originalgetreu kopiert werden könne.

Ermittlungen laufen

Die Polizei sucht nun nach Zeugen der Tat. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Identität der weiteren Jugendlichen aus der Gruppe. Die beschädigte Figur bleibt vorerst abgesperrt. Die Stadt Potsdam prüft nun erneut Maßnahmen zum Schutz des Ensembles. Die Sanierung der Brandenburger Straße, in der die Skulptur steht, soll bis 2031 dauern.

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