Rasierklingen in der Wand: Der kuriose Fund bei US-Renovierungen
Kuriose Rasierklingen in US-Wänden entdeckt

In vielen alten Häusern in den USA verbirgt sich eine kuriose Überraschung: Rasierklingen in der Wand. Genauer gesagt im Hohlraum zwischen zwei Wänden. Was wie ein Mythos klingt, ist bei Renovierungen älterer Gebäude tatsächlich Alltag. Handwerker stoßen immer wieder auf diese Überreste vergangener Jahrzehnte.

Die Geschichte der Sicherheitsrasierer

Gemeint sind die Klingen, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Sicherheitsrasierern verwendet wurden. Erfunden hat sie der Hersteller Gillette im Jahr 1903. Die dünnen Klingen ragten aus dem „Rasierhobel“ heraus und hatten auf beiden Seiten eine scharfe Schneide. Mit heutigen Einwegrasierern haben sie wenig gemeinsam. Sie galten als sicherer und einfacher als die Rasiermesser eines professionellen Barbiers. Bis in die 1970er-Jahre war das „Rasierhobeln“ weit verbreitet, Millionen von Männern nutzten diese Methode täglich.

Das Problem der Entsorgung

Die Klingen waren scharf und oft mit Haaren, Hautschuppen oder Blut verunreinigt. Einfach in den Müll werfen war keine Option. Bis in die 1940er-Jahre verbrannten viele Amerikaner ihren Abfall zu Hause und verteilten die Asche im Garten. Die Rasierklingen verbrannten jedoch nicht und blieben als Risiko zurück. In den 1950er-Jahren kam eine praktische Lösung auf: eingebaute Medizinschränkchen. In US-Häusern sind Wände meist in Trockenbauweise gebaut, mit einem Hohlraum zwischen zwei Platten. Genau dort wurden die Schränke eingesetzt.

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Schlitz führte direkt in die Wand

Auf der Rückseite dieser Medizinschränke befand sich ein Schlitz. Durch ihn warf man die benutzten Klingen in den Hohlraum. Dort sammelten sie sich, ohne jemanden zu gefährden – bis zur nächsten Renovierung. Ein Handwerker sagte dem US-Magazin „Family Handyman“, dass er bei Umbauten älterer Häuser bereits mindestens ein Dutzend Mal Rasierklingen in Wänden fand. In einem Fall „regneten“ sie sogar aus einer Gipsdecke im ersten Stock, als die Decke durchbrochen wurde. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Schätzungen zufolge könnten in manchen Häusern Hunderte Klingen über die Jahre verschwunden sein.

Und in Deutschland?

Laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe ist das Phänomen hier unüblich. Pressesprecherin Dr. Ilona Klein erklärte im Interview mit myHOMEBOOK: „Heute wie auch früher wird Mauerwerk vollfugig hergestellt. Das bedeutet, dass zwischen den Steinen kein Spalt bleibt, in den man etwas hineinstecken könnte.“ Bei massivem Mauerwerk komme das also nicht vor. In Deutschland wurden solche Medizinschränke mit Entsorgungsschlitz kaum verbaut. Wer alte Sicherheitsrasierklingen entsorgen möchte, sollte sie sicher verpacken und in den Restmüll geben – oder bei Wertstoffhöfen abgeben.

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