Exakt ein Jahr ist es her, dass die deutsche Biathlon-Legende Laura Dahlmeier im Alter von 31 Jahren bei einer Bergtour am Laila Peak in Pakistan ums Leben kam. Der Schock saß tief – nicht nur bei Fans und Weggefährten, sondern auch bei BILD-Reporter Jan-Henrik Dobers, der damals ins Karakorum-Gebirge reiste, um die Hintergründe des tragischen Unglücks zu recherchieren. In einem exklusiven Rückblick beschreibt Dobers, warum dieser Gipfel für ihn bis heute ein „Berg des Schreckens“ bleibt.
Exklusive Aufnahmen vom Absturzort
Die Bilder, die Dobers damals einfing, sind erschütternd. Sie zeigen den Ort des Absturzes in schwindelerregender Höhe. „Die Exklusivaufnahmen dokumentieren die letzte Ruhestätte einer der erfolgreichsten deutschen Wintersportlerinnen“, so Dobers. Laura Dahlmeier, zweifache Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Biathlon, war im Sommer 2025 mit einer Seilschaft unterwegs, als sie in einer Felswand die Kontrolle verlor und mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzte. Die Bergung gestaltete sich aufgrund der extremen Lage äußerst schwierig.
Die Suche nach Antworten
Dobers sprach mit den einheimischen Suchtrupps, die tagelang nach der Vermissten suchten, und mit jenen Bergsteigern, die den Aufstieg gemeinsam mit Dahlmeier gewagt hatten. „Ihre Schilderungen waren von tiefer Trauer und Fassungslosigkeit geprägt. Keiner konnte begreifen, dass ausgerechnet Laura, eine so erfahrene und vorsichtige Bergsportlerin, diesen Fehltritt nicht überlebte.“ Die Recherchen führten Dobers an seine eigenen Grenzen. „Die Stille in diesen Höhen, die Kälte, das Wissen um das, was passiert ist – das lässt einen nicht mehr los.“
Ein Gipfel mit dunklem Ruf
Der Laila Peak (6.096 Meter) im Karakorum-Gebirge gilt als anspruchsvoller, aber nicht extrem schwieriger Berg. Dennoch forderte er bereits vor Dahlmeier mehrere Opfer. Die genaue Unglücksursache konnte nie abschließend geklärt werden. „Es war vermutlich eine Kombination aus lockerem Gestein, einer unachtsamen Bewegung und dem Höhenrausch“, mutmaßt Dobers. Die pakistanischen Behörden stuften den Vorfall als tragischen Bergunfall ein.
Was wurde aus den Begleitern?
Im Rahmen seiner Reportage suchte Dobers auch die damaligen Seilgefährten auf. „Einige haben das Bergsteigen komplett aufgegeben. Andere sind nach einer Therapie wieder in die Berge gegangen – aber keiner von ihnen spricht gerne über diesen Tag.“ Die Verarbeitung des Geschehenen sei bis heute nicht abgeschlossen. „Laura war nicht nur eine Spitzensportlerin, sondern auch eine gute Freundin für viele. Ihr Verlust hinterlässt eine Lücke, die nie ganz gefüllt werden kann.“
Bleibende Erinnerungen
Dobers betont, dass der Laila Peak für ihn nun für immer mit diesem Unglück verbunden sei. „Wenn ich an diesen Berg denke, sehe ich nicht den schneebedeckten Gipfel, sondern das Gesicht von Laura und die Verzweiflung der Retter.“ Ein Jahr nach der Tragödie gibt es weder einen Gedenkstein noch eine offizielle Zeremonie. Doch die Erinnerung lebt weiter – in den Herzen der Angehörigen, der Fans und eines Reporters, der damals Zeuge des Unfassbaren wurde.



