In einer Auswahl von Leserbriefen an die Berliner Morgenpost vom 28. Juli 2026 äußern sich Bürger zu zwei aktuellen Themen: dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin und dem Personalkarussell bei der Union. Die Zuschriften zeigen tiefe Betroffenheit, aber auch deutliche Kritik an politischen Entscheidungen.
Erschütterung nach dem CSD-Anschlag
Andrea Berchem schreibt: „Ich bin tief erschüttert über die schrecklichen Ereignisse beim CSD Berlin. Ein Tag, der für Liebe, Vielfalt, Sichtbarkeit und Zusammenhalt stehen sollte, wurde von einer unfassbaren Gewalttat überschattet. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien, Freundinnen, Freunden und allen, die das Erlebte mit ansehen mussten. Heute trauere ich mit der queeren Community und mit allen Betroffenen.“ Sie wünscht den Verletzten viel Kraft und eine schnelle Genesung und appelliert, weiter für Respekt und Menschlichkeit einzustehen.
Siegfried Werth kritisiert die Aussage des Regierenden Bürgermeisters, der laut Nachrichten gefragt habe, ob der Veranstalter alle Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen habe. Werth empfindet dies als Frechheit: „Nicht ein Veranstalter muss für die Sicherheit der Bürger sorgen, sondern das ist Aufgabe der Politik und der Polizei. Nach dem Anschlag am Breitscheidplatz hat man zwar Poller über Poller errichtet, aber gegen die Verursacher solcher Anschläge scheint man ja nichts unternommen zu haben, wenn man weiß, dass der vermutliche Täter als Islamist bekannt war.“ Er fragt, warum Polizei und Politik nicht reagieren, um solche Taten zu verhindern.
Kritik an der Sicherheitspolitik
Reiner Lübbe betont, dass es nicht leicht falle, ein derartiges Verbrechen zu beurteilen. Er verweist auf den verdächtigen Abdul B., einen den Behörden bekannten Extremisten, der vorhatte, in Syrien dem IS zu dienen. Lübbe warnt: „Nun dürfen wir davon ausgehen, dass es sich bei Abdul B. nicht um den einzigen gewaltbereiten Islamisten handelt, der die freiheitlichen Werte unserer Gesellschaft zu hassen scheint.“ Er fordert, die politischen Strukturen des Islam in Deutschland kritischer zu beleuchten und härter zu reagieren, sobald sich Anfangsmomente für eine solche Tat erkennen lassen.
Jörg Meyer kommentiert die grausame Tat und sagt, er könne Aussagen wie die des Regierenden Bürgermeisters, man lasse sich die Freiheit nicht nehmen, nicht mehr hören. „Wenn man allein die Sicherheitskonzepte für jedes kleine Dorffest anschaut, dann merkt jeder Bürger, dass wir uns bereits einschränken. Dies gab es früher nicht. Wieder einmal sieht man die Diskrepanz zwischen Spitzenpolitiker und Bürger.“
Personalkarussell bei der Union
Zum Artikel „Wildes Personalkarussell bei der Union“ vom 25. Juli äußert sich Rasmus Ph. Helt. Er kritisiert, dass die Überschrift zu kurz greife. Das Hauptproblem sei der Mangel an neuen, frischen Gesichtern. Friedrich Merz setze auf ihm vertraute Personen wie Nina Warken, die bei der geplanten Attestpflicht für kranke Arbeitnehmer wenig Einsicht zeige und damit nur Populisten in die Karten spiele. Helt fordert: „Die Kurskorrektur im Kanzleramt ist beileibe noch nicht ausreichend – nur mit einem deutlichen inhaltlichen Paradigmenwechsel lässt sich Vertrauen zurückgewinnen und ein Desaster bei den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland verhindern.“
Klaus P. Jaworek kritisiert die Regierungsumbildung scharf: „In dieser umgebauten Regierungsunion sollen jetzt andere über das Wasser predigen und dabei Wein schlürfen. Ahnungslos wie Bolle werden diese Politiker plötzlich auf einem gut dotierten Posten sitzen und sollen dem Volk zeigen, was sie so alles nicht auf ihrem Kasten haben.“ Er wünscht sich, dass die ganze Regierung ihre Stühle frei macht: „Ein Neustart mit Neuwahlen, das wäre jetzt das einzig gute und richtige Ding in dieser bittertraurigen Stunde.“
Fazit: Unterschiedliche Perspektiven
Die Leserbriefe zeigen eine breite Palette an Meinungen – von tiefer Trauer und Solidarität mit der queeren Community bis hin zu scharfer Kritik an der Sicherheitspolitik und personellen Entscheidungen. Die Redaktion der Berliner Morgenpost gibt die Meinung der Leser wieder, nicht die eigene. Aufgrund der großen Zahl an Einsendungen können nicht alle veröffentlicht werden.



