Nach einer Nacht voller Fußballfieber hat ein Vorfall in Bad Wörishofen nun ein juristisches Nachspiel. Vor dem Amtsgericht muss sich ein Anhänger des TSV 1860 München verantworten, der nach einem Spiel einen Fan des FC Bayern München attackiert haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Körperverletzung vor. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht nach einem Fußballspiel, als die Emotionen offenbar hochgekocht waren.
Der Vorfall im Detail
Laut Anklage soll der 28-jährige Löwen-Fan den Bayern-Anhänger in einer Gaststätte in Bad Wörishofen zunächst verbal provoziert und anschließend körperlich angegriffen haben. Das Opfer erlitt dabei leichte Verletzungen im Gesicht und musste ärztlich behandelt werden. „Es war eine Situation, in der viel Alkohol im Spiel war und die Stimmung schnell kippte“, sagte ein Zeuge vor Gericht. Der Angeklagte zeigte sich in der Verhandlung zunächst schweigsam, seine Verteidigerin kündigte jedoch an, eine Einlassung zu machen.
Emotionen nach dem Spiel
Der Angriff soll sich in den frühen Morgenstunden ereignet haben, nachdem die beiden Fans gemeinsam in einer Bar das Spiel ihrer Vereine verfolgt hatten. Genauere Angaben zum Spielverlauf oder zum Ausgang machte das Gericht nicht. Fest steht jedoch, dass die Rivalität zwischen den beiden Münchner Vereinen auch außerhalb des Stadions immer wieder für Konflikte sorgt. In Bad Wörishofen, einer Kurstadt im Unterallgäu, ist ein solcher Vorfall eher ungewöhnlich. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen im Einsatz, um die Lage zu beruhigen.
Juristische Aufarbeitung
Das Amtsgericht Bad Wörishofen verhandelt den Fall nun in öffentlicher Sitzung. Dem Angeklagten drohen bei einer Verurteilung eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. „Wir nehmen solche Vorfälle ernst, gerade weil sie das Sicherheitsgefühl in unserer Stadt beeinträchtigen können“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kempten. Der Prozess wurde auf mehrere Termine angesetzt, da weitere Zeugen gehört werden sollen. Der Angeklagte muss mit einer Verurteilung rechnen, wenn die Beweisaufnahme seine Schuld bestätigt.
Reaktionen aus der Fanszene
In den sozialen Netzwerken sorgte der Vorfall bereits für Diskussionen. Viele Fans beider Lager distanzierten sich von der Gewalt. „Fußball ist ein Spiel, das verbinden soll, nicht spalten“, kommentierte ein Fanclub-Vertreter des TSV 1860. Auch der FC Bayern München äußerte sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall. Die Polizei appelliert an alle Fußballfans, auch in hitzigen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren. Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.



