Die Sängerin Milune hat in einer Kirche in Regensburg ein Musikvideo gedreht, das nun für Aufsehen sorgt. Der zuständige Pfarrer zeigt sich schockiert über den Inhalt und prüft Konsequenzen. Die Aktion wirft Fragen nach dem Umgang mit sakralen Räumen auf.
Video in der Kirche gedreht
Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, nutzte die Künstlerin die Kirche St. Josef in Regensburg für ihre Aufnahmen. Dabei soll es zu Szenen gekommen sein, die nach Ansicht des Pfarrers nicht mit der Würde des Ortes vereinbar sind. Details zu den konkreten Bildern wurden zunächst nicht genannt.
Der Pfarrer der Gemeinde, der namentlich nicht genannt werden möchte, erklärte: „Ich war schockiert, als ich erfuhr, was in unserer Kirche gefilmt wurde. Ein Gotteshaus ist kein Ort für solche Inszenierungen.“ Er betonte, dass er nicht über die Nutzung informiert worden sei und nun rechtliche Schritte prüfe.
Reaktionen und Hintergründe
Die Sängerin Milune, die vor allem in sozialen Netzwerken aktiv ist, verteidigte das Video auf Instagram. Sie schrieb, sie habe „einen Ort der Ruhe und Spiritualität“ gesucht und die Kirche sei „perfekt für die Botschaft des Songs“ gewesen. Eine Genehmigung der Kirchengemeinde habe sie jedoch nicht eingeholt.
Die Diözese Regensburg teilte mit, man bedauere den Vorfall und werde die Gemeinde bei der Klärung unterstützen. Man appelliere an Künstler, vor Dreharbeiten in Kirchen immer eine Erlaubnis einzuholen. „Sakrale Räume sind keine Kulisse für kommerzielle Zwecke“, hieß es in einer Stellungnahme.
Rechtliche und ethische Implikationen
Juristisch könnte der Fall eine Hausrechtsverletzung darstellen, da die Kirche als öffentlicher Raum nur mit Zustimmung des Eigentümers genutzt werden darf. Die Kirchengemeinde hat nun die Möglichkeit, Unterlassung zu verlangen oder Schadensersatz geltend zu machen. Ob es dazu kommt, ist noch offen.
Der Vorfall hat in Regensburg eine Debatte über die Nutzung von Kirchen für künstlerische Zwecke ausgelöst. Während einige eine liberale Handhabung befürworten, sehen andere die Gefahr der Profanisierung. Die Gemeinde St. Josef will nun interne Richtlinien für solche Anfragen erarbeiten.
Bis dahin bleibt die Kirche für weitere Dreharbeiten geschlossen. Die Sängerin hat angekündigt, das Video vorerst online zu lassen, aber ein Statement zu den Vorwürfen zu veröffentlichen. Die Diskussion ist damit noch nicht abgeschlossen.



