Nach Anschlag in Berlin: CSD-Veranstaltungen in sechs Städten bestätigt
Nach Anschlag in Berlin: CSD-Events in sechs Städten bestätigt

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin sind die Veranstalter in vielen Städten betroffen, dennoch sollen die noch ausstehenden Pride-Demonstrationen in mindestens sechs Großstädten wie geplant stattfinden. Das hat eine Umfrage des Tagesspiegels ergeben.

CSD in Hamburg findet wie geplant statt

Die nächste und nach Berlin wohl größte CSD-Demonstration in Deutschland ist am kommenden Samstag in Hamburg geplant. Manuel Opitz, Sprecher bei „Hamburg Pride“, zeigt sich tief erschüttert vom Anschlag in Berlin. „Unsere Solidarität gilt der queeren Community in Berlin und dem CSD-Orga-Team“, sagt er. Opitz bestätigt, dass der CSD in Hamburg stattfinden soll: „Es gibt keine Änderungen an Veranstaltungsformaten.“ Man sei im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden: „Die Polizei in Hamburg tut alles, um die CSD-Demo und die Veranstaltungen während der Pride Week zu schützen.“ Am Sonntag fand in Hamburg eine Mahnwache anlässlich des Anschlags auf den CSD in Berlin statt.

RuhrPride und Nürnberg: Sichtbarkeit trotz Anschlag

Auch die „ruhrPride“ am 8. August in Essen, nach Veranstalterangaben „das größte queere Straßenfest im Ruhrgebiet“, soll stattfinden. „Vielfalt, Sichtbarkeit und ein friedliches Miteinander dürfen sich nicht durch Gewalt oder Einschüchterung verdrängen lassen“, sagt Sprecherin Sabrina Reznizek. Gerade in dieser Situation sei der CSD wichtig, weil er für Zusammenhalt, Demokratie und Solidarität stehe. „Wir planen weiterhin mit der Durchführung der Veranstaltung in der vorgesehenen Form“, so Reznizek. Die Sicherheitskonzepte würden überprüft und bei Bedarf ergänzt.

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René Scheuermann, kommissarischer Co-Vorsitzender des CSD Nürnberg, betont: „Der Anschlag in Berlin ist nicht nur ein Angriff auf die unmittelbar Betroffenen, sondern auf unsere gesamte Community.“ Die CSD-Demonstration am 8. August in Nürnberg finde nach aktuellem Stand „wie geplant statt“. „Während aller Veranstaltungen der PrideWeeks werden wir mit einer Gedenkminute an die Betroffenen erinnern.“ Auch hier würden die Sicherheitskonzepte gemeinsam mit den Behörden geprüft und gegebenenfalls angepasst.

Kleinere Städte wie Lübeck und Bremen ziehen mit

Christian Till, Vorsitzender des organisierenden Vereins in Lübeck, berichtet von „Trauer gepaart mit Wut“ nach dem Anschlag. Sein Team sei am Tag des Anschlags selbst mit einem Stand in Berlin vertreten gewesen und habe die Evakuierung miterlebt. Der CSD am 15. August in Lübeck „findet statt“. Die Sicherheitsmaßnahmen seien „sehr hoch“, der Markt in Lübecks Innenstadt lasse sich gut absperren. Unklar sei noch die Demonstrationsroute – möglicherweise falle sie kürzer aus, „mit weniger einmündenden Straßen, die stärker gesperrt werden“.

Auch der für den 22. August geplante CSD in Bremen soll stattfinden, wie Mitorganisator Robert Dadanski bestätigt: „Im Planungsteam ist viel die Rede davon, dass wir gerade jetzt nicht aufhören sollten. Es nicht zu machen, ist keine Option.“ Zunächst nehme man sich Zeit, die Trauer und Wut zu bewältigen. Bei der Planung setze man auf den „engen und guten Austausch“ mit der Bremer Polizei. „Wir werden versuchen, unsere Konzepte so anzupassen, dass der CSD sicher auf die Straße gehen kann.“

Magdeburg: Sicherheitskonzepte werden angepasst

Falko Jentsch, Landeschef des CSD in Sachsen-Anhalt, erklärt: „Gerade nach einem solchen Angriff darf die Konsequenz aus unserer Sicht nicht sein, queeres Leben aus dem öffentlichen Raum zurückzudrängen oder unsere Sichtbarkeit einzuschränken.“ Daher werde der CSD in Magdeburg am 22. August nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden. „Eine Absage steht derzeit nicht zur Diskussion.“ Die Sicherheitskonzepte würden nun überprüft und möglicherweise angepasst. „Denkbar sind unter anderem angepasste Zufahrts- und Zugangskonzepte sowie weitere organisatorische und technische Schutzmaßnahmen.“

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