Polizist trägt Kühlschrank auf Alpe d'Huez vor Tour de France-Stars
Polizist trägt Kühlschrank auf Alpe d'Huez

Alles begann mit einem Ehestreit um Feldsalat. Polizeibeamter Tilo Koch (48) aus Stuhr in Niedersachsen war anderer Meinung als seine Frau – sie behielt recht. Und bei Tilo fing es an zu rattern: nicht im Kühlschrank, sondern im Kopf.

Die Idee: Kühlschrank auf den Berg tragen

„Ich dachte: Wenn ein Kühlschrank Dinge frisch hält und bewahrt, was wollen wir Menschen eigentlich bewahren?“, erzählt der Vater von zwei Kindern (12 und 15). Daraus entstand die ungewöhnliche Idee: Den Kühlschrank selbst zu tragen – nicht zum Supermarkt, sondern auf den 1850 Meter hohen Alpen-Gipfel Alpe d’Huez, eine der legendärsten Bergankünfte der Tour de France in Frankreich.

Was für andere schwer nachvollziehbar ist, wurde für den Mann, der ständig nach ungewöhnlichen Herausforderungen sucht, zur nächsten Aufgabe. Wochenlang bereitete sich der Sportabenteurer vor. Da es in Norddeutschland keine Alpen gibt, trainierte er unter anderem auf einem ehemaligen Müllberg bei Bremen.

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Der Aufstieg: 13,8 Kilometer und 21 Kehren

Freitag, Punkt 9 Uhr: Tilo schnallt sich einen Kühlschrank (32 Kilo, ohne Inhalt) auf den Rücken und startet am Fuß des berühmten Anstiegs. Vor ihm liegen 13,8 Kilometer, 21 Kehren und rund 1100 Höhenmeter – genau dieselbe Strecke, die später die Stars der Tour de France bei der 19. Etappe fahren.

Er wird zum Publikumsliebling. Mehr als 500.000 Zuschauer säumen den legendären Anstieg. Die Radsport-Fans jubeln ihm zu, klatschen, rufen „Frigo“ (französisch für Kühlschrank) und laufen teilweise ein Stück mit. Für Tilo ein besonderer Moment: „Das gab mir zusätzliche Kraft!“ Nur zweimal setzt er den Kühlschrank für wenige Minuten ab, um zu trinken und zu essen. Dann geht es weiter, Schritt für Schritt, Kehre für Kehre.

Weltrekord in 5 Stunden und 3 Minuten

Gegen 14 Uhr ist es geschafft. Nach exakt 5 Stunden, 3 Minuten und 33 Sekunden erreicht Tilo den Gipfel – vermutlich als erster Mensch mit einem Kühlschrank auf dem Rücken. Rund drei Stunden später rast Etappen-Sieger Tadej Pogačar (27) dieselbe Strecke auf dem Rennrad in Rekordzeit hinauf.

Der Polizist sucht sich immer Herausforderungen, die ihn an seine Grenzen bringen. Er bestieg bereits das Matterhorn, schob 24 Stunden lang eine Schubkarre am Nord-Ostsee-Kanal entlang (unglaubliche 112 Kilometer) und löste einen Zauberwürfel unter Wasser in einer Eistonne. Im Alltag trainiert er Polizeikollegen, damit sie in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren.

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