Deutsche Post lehnt Davidstern-Motiv für Briefmarke ab – Begründung: „Politisch nicht korrekt“
Post lehnt Davidstern-Briefmarke ab: „Politisch nicht korrekt“

Die Deutsche Post hat den Antrag einer Münchnerin abgelehnt, eine individuelle Briefmarke mit dem Davidstern und der Aufschrift „Antisemitismus – ohne mich!“ zu drucken. Der Konzern begründet die Entscheidung mit seinen Grundsätzen für das Produkt „Briefmarke Individuell“: Das Motiv sei „politisch oder ethisch nicht korrekt“. Dabei handelt es sich um das Logo der Münchner Initiative „Antisemitismus – ohne mich!“, die sich gegen wachsenden Judenhass in der Gesellschaft richtet.

Ablehnung durch die Post

Barbara Schaumberger, 44, entwarf einen Bogen mit 18 personalisierten Briefmarken und bestellte ihn über die Internetseite der Post. „Ich wollte der Aktion in meinem Bekanntenkreis mehr Aufmerksamkeit verschaffen“, sagt sie. Nach zwei Tagen erhielt sie eine knappe E-Mail: „Leider müssen wir Ihre Briefmarken-Bestellung ablehnen.“ Die Post drucke keine „verbotenen, politisch oder ethisch nicht korrekten Motive“. „Ich bin maximal entsetzt. Ein Davidstern ist doch kein verbotenes Symbol“, so Schaumberger.

Eine Sprecherin der Post erklärte auf Nachfrage, ausschlaggebend sei die Einordnung des Motivs im Rahmen der Produktgrundsätze, nicht das Anliegen der Initiative. Das Angebot solle nicht als „Plattform für politische oder gesellschaftliche Kampagnen“ genutzt werden. Der Davidstern gilt seit Jahrhunderten als Symbol jüdischen Lebens und ist seit 1948 das Zeichen des Staates Israel.

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Unterstützung aus der Politik

Die Initiative „Antisemitismus – ohne mich!“ wird von Politikern aller Parteien unterstützt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ließen sich bereits mit dem Logo ablichten. Aigner äußerte sich enttäuscht über die Ablehnung: „Die Aktion hat es verdient, weiterverbreitet zu werden.“ Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, kritisierte die Entscheidung scharf.

Kritik von jüdischer Seite

„Mich irritiert diese Entscheidung sehr“, sagte Knobloch. Hass gegen Minderheiten sei kein politisches Thema, sondern eine Bedrohung für die gesamte Gesellschaft. „Und diesen Hass zu bekämpfen, ist deshalb auch keine Frage von Politik. Warum ausgerechnet der Kampf gegen Judenhass auf Briefmarken fehl am Platz sein soll, kann ich überhaupt nicht verstehen.“ Die Debatte zeigt, wie sensibel das Spannungsfeld zwischen unternehmensinternen Richtlinien und gesellschaftlichem Engagement ist.

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