Der Rassismus-Eklat beim Testspiel zwischen Energie Cottbus und dem Halleschen FC (HFC) am vergangenen Samstag in Finsterwalde sorgt weiterhin für Aufsehen. Der Zweitliga-Aufsteiger Cottbus hatte das Spiel beim Stand von 2:0 abgebrochen, nachdem aus dem HFC-Fanblock rassistische Äußerungen in Richtung des Cottbus-Profis King Manu gefallen waren. Trainer Claus-Dieter Wollitz (60) verließ mit seiner Mannschaft umgehend den Platz.
Wollitz verteidigt Spielerreaktion
„Die Reaktion unserer Spieler, die da in ihrer Kultur beleidigt worden sind, da gehen wir mit. Dann ist es klug, das Spiel abzubrechen. Das gehört sich nicht, egal von welcher Seite das ausgeht, ob Halle oder Cottbus. Man verletzt den Menschen sehr damit. Ich finde die Reaktion meiner Spieler absolut richtig“, erklärte Wollitz gegenüber den Medien. Die Polizei führte im Anschluss zwei Zuschauer ab. Energie reiste direkt vom Testspiel ins Trainingslager nach Österreich.
Interne Aufarbeitung im Team
„Wir werden das noch mal vor dem gesamten Team ansprechen, aber dann ist es auch erledigt. Wir hatten schon kurz nach Abpfiff in der Kabine über den Vorfall gesprochen“, so Wollitz weiter. Energie-Präsident Sebastian Lemke zeigte sich betroffen: „Es ist einfach nur schade. Der ausrichtende Verein hat sich viel Mühe gemacht mit der Ausrichtung dieses Spiels. Und dann muss das vor 3000 Zuschauern, darunter viele Kinder, abgebrochen werden.“
Emotionen bereits zu Spielbeginn hoch
Wollitz kritisierte auch die generelle Stimmung auf dem Platz: „Für ein Testspiel war mir das zu heftig. Mit dem ersten Foul an Leo Bittencourt geht das los. Weil der Schiedsrichter das nicht pfeift, denken die Spieler, dass sie immer mehr machen können. Halle fängt ja schon in 14 Tagen an. Dann ist der Platz zu schmal und der Rasen stumpf. Deswegen bin ich froh, dass sich keiner verletzt hat.“
Trainingslager in Tirol als Chance
In Oberndorf (Tirol) will sich Energie Cottbus nun den Feinschliff für den Saisonauftakt holen. „Ich freue mich, mit der Mannschaft mal eine Woche zusammen zu sein. Die Gespräche sind dann besser. Keiner schaut auf die Uhr, keiner muss mal nach Hause und die Kinder aus dem Kindergarten abholen. Wir haben sieben Tage Zeit, um uns so vorzubereiten, dass alle zum Start sehr selbstbewusst sind“, sagte Wollitz abschließend.



