Mit einem flächendeckenden Sichtungssystem sucht Sachsen-Anhalt seit einem Jahrzehnt nach sportlichen Talenten und fördert sie gezielt. Die Bilanz von Innen- und Sportministerin Tamara Zieschang (CDU) und der Präsidentin des Landessportbunds, Silke Renk-Lange, fällt positiv aus: Erste gesichtete Athletinnen und Athleten sollen bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles starten.
Zahlen und Fakten zur Talentförderung
Jährlich nehmen rund 18.000 Kinder an den Sport-Motorik-Tests in allen dritten Klassen teil. Über 2.000 Kinder wurden in diesem Jahr zu den Sachsen-Anhalt-Spielen eingeladen, wo sie in den Sportarten Handball, Judo, Kanu-Rennsport, Leichtathletik und Rudern beobachtet werden. Landestrainer und Sichtungstrainer bewerten Entwicklungspotenzial, Lernfähigkeit und körperliche Voraussetzungen.
Aus diesen Sichtungen werden Kinder in Talentgruppen übernommen – die erste strukturierte Förderstufe. Aktuell trainieren rund 600 Kinder in 59 Talentgruppen wöchentlich unter qualifizierter Anleitung. Im vergangenen Jahr wurden 68 Kinder an den Eliteschulen des Sports in Halle und Magdeburg eingeschult, die Schule und Training optimal verbinden.
Erfolge und Perspektiven
Die Förderung zeigt bereits Wirkung: 2026 gab es 27 Berufungen in Bundeskader und elf Jugendliche im Juniorteam Sachsen-Anhalt, das als „Sprungbrett zu Olympia“ gilt. Renk-Lange, Speerwurf-Olympiasiegerin von 1992, betont: „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Kindern den Zugang zu einer sportlichen Entwicklung zu ermöglichen, unabhängig davon, wo sie aufwachsen.“ Sie sieht in der Talentförderung Perspektiven für den Leistungssport und eine Stärkung des organisierten Sports.
Sportministerin Zieschang bezeichnete das System als „bundesweit einzigartig“ und als Erfolgsgeschichte. Die systematische Förderung sei ein wichtiger Baustein, um künftige Medaillengewinner hervorzubringen.
Ausblick auf Olympia 2028
Die Verantwortlichen hoffen, dass die ersten Talente aus diesem Programm in Los Angeles antreten können. Die Strukturen stehen: von der flächendeckenden Sichtung über Talentgruppen bis zu den Eliteschulen. Damit wird der Grundstein für den olympischen Nachwuchs gelegt.



