Seyran Ates: „Auch in Deutschland feiern Muslime den Attentäter“
Seyran Ates: Muslime in Deutschland feiern Attentäter

Die Rechtsanwältin und Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, Seyran Ates, hat eindringlich vor der wachsenden Islamismus-Gefahr in Deutschland gewarnt. In einem Interview mit BILD erklärte sie: „Auch in Deutschland feiern Muslime den Attentäter.“ Damit bezog sie sich auf jüngste islamistische Anschläge und die Reaktionen innerhalb muslimischer Gemeinschaften hierzulande. Ates kritisierte, dass viele Muslime nicht nur die Taten verharmlosen, sondern die Täter sogar als Helden glorifizieren würden. Dies sei ein Alarmzeichen für eine tief verwurzelte Radikalisierung, die von der Politik bislang unterschätzt werde.

Forderungen an die Politik

Ates forderte von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gegen den politischen Islam. Dazu gehöre die konsequente Überwachung islamistischer Vereine und Moscheen, die Einführung eines Islamgesetzes analog zum österreichischen Modell sowie eine Stärkung der Präventionsarbeit. „Wir brauchen eine Islamkommission, die unabhängig von ausländischen Geldgebern agiert und die Einhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sicherstellt“, betonte sie. Zudem müsse der Religionsunterricht staatlich kontrolliert werden, um extremistische Tendenzen im Keim zu ersticken.

Die unterschätzte Gefahr

Die Unterschätzung der Islamismus-Gefahr führe dazu, dass immer mehr junge Muslime in Radikalität abrutschten. Laut einer aktuellen Studie des Bundesamts für Verfassungsschutz ist die Zahl der Salafisten in Deutschland in den letzten drei Jahren um 15 Prozent auf über 12.000 gestiegen. Ates kritisierte, dass viele liberale Muslime sich nicht mehr sicher fühlten, weil Extremisten den öffentlichen Diskurs dominierten. „Die Politik schaut weg, bis etwas passiert. Dann ist es zu spät“, sagte sie. Sie appellierte an alle demokratischen Parteien, das Thema nicht länger zu tabuisieren und endlich zu handeln.

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