Der Sommer in Berlin ist ein Gefühl, das die Stadt besonders macht. Drei Dachterrassen – die Monkey Bar im Tiergarten, der Klunkerkranich in Neukölln und eine weitere – verkörpern dieses Lebensgefühl. Sie sind Orte, an denen Menschen die Hektik der Hauptstadt für einen Moment vergessen.
Monkey Bar: Eleganz mit Blick auf die Gedächtniskirche
Auf der verglasten Dachterrasse der Monkey Bar im Tiergarten beginnen Gespräche zwischen Fremden und Freunden. Die Gäste blicken auf die Spitze der Berliner Gedächtniskirche, während der Rauch ihrer Zigaretten in die warme Sommerluft steigt. High Heels klackern, der Duft von Vanille liegt in der Luft. Drinnen wechseln sich Reggaeton und urbane Beats ab – der DJ spielt Burna Boy: „Feelings been dey swing like jangolova.“
Zwei Frauen in weißen Cocktailkleidern feiern ihren Junggesellinnenabschied. Sie sind extra aus Bielefeld angereist. Eine von ihnen sagt: „In Berlin sind die Leute einfach offener.“ Auf ihrer Frisur sitzt ein Krönchen mit der Aufschrift „Bride to be“. Für den Abschied habe es keine andere Stadt geben können.
Auch Emre und Elias verbringen den lauen Abend hier. Vor ihnen stehen leere Gläser und eine Dose Snus. Hinter ihnen spiegeln sich grün-violette Neonlichter in den Fensterscheiben. Zwei- bis dreimal im Monat kommen sie in die Monkey Bar. „Hier geht es auch ums Sehen und Gesehenwerden“, sagt Emre. Gleichzeitig sei die Atmosphäre entspannter als in Clubs. „Es ist einfach etwas gehobener“, ergänzt sein Freund. Später geht es weiter ins Berliner Nachtleben.
Klunkerkranich: Urbaner Garten über Neukölln
Der Klunkerkranich auf dem Dach des Neukölln-Arkaden bietet eine ganz andere Atmosphäre. Hier wachsen Pflanzen in Hochbeeten, Holztische laden zum Verweilen ein. Der Blick schweift über die Dächer Neuköllns bis zum Fernsehturm. Die Gäste sind bunt gemischt: Studenten, Familien, Kreative. Bier und Wein werden aus einfachen Gläsern getrunken. Ein DJ spielt entspannte Beats, irgendwo wird gegrillt. Der Klunkerkranich ist ein Ort der Nachbarschaft, des Austauschs und der Ruhe mitten in der Stadt.
Das Berliner Sommergefühl auf den Dächern
Warum sind es gerade die Dachterrassen, die dieses Lebensgefühl prägen? „Der Sommer kam und Berlin war der schönste Platz auf Erden“ – dieser Satz aus „Good Bye, Lenin!“ begleitet auf Social Media unzählige Videos. Die Antwort liegt in der Mischung aus Weite und Nähe, aus Eleganz und Lässigkeit, die Berliner Rooftops bieten. Sie sind Bühnen für das Leben in der Stadt, an denen man die Hektik vergessen und die Leichtigkeit des Sommers spüren kann.



