Beim Großen Preis von Ungarn mischte sich Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel nicht unter die Würdenträger, sondern ins Fahrerlager – ausgestattet mit Presseweste und voluminöser Kamera. Der 64-jährige Ex-Nato-General war als akkreditierter Pressefotograf vor Ort, wie lokale Medien und Motorsportpresse berichten. Es ist nicht sein erster Ausflug in die Welt der schnellen Autos: Pavel war bereits bei den 24 Stunden von Le Mans, der NASCAR-Serie in den USA und der Rallye Dakar in Saudi-Arabien mit seiner Fotoausrüstung unterwegs.
Ein ungewöhnliches Hobby für einen Staatsmann
Während viele Politiker eher klassischen Hobbys wie Malen oder Modelleisenbahn nachgehen – Winston Churchill malte leidenschaftlich, Horst Seehofer hat einen großen Modelleisenbahnkeller – hat Pavel eine besondere Vorliebe für die Motorsportfotografie. In beigefarbener Cargohose und Medienweste stand er an der Rennstrecke, um seine Leidenschaft auszuleben. Seine Fotografien selbst blieben jedoch bisher unter Verschluss: Auf seinen Social-Media-Kanälen waren am Montag keine seiner Aufnahmen zu finden. Auch wenn die Nachrichtenagenturen massenhaft Bilder von Pavel als Fotografen verbreiten, sucht man nach seinen selbst geschossenen Fotos vergeblich. Ob sie verwackelt sind, bleibt Spekulation.
Motorsport als diplomatische Bühne?
Pavels Auftritt wirft Fragen auf: Nutzt er die Rennstrecken als informelle diplomatische Plattform? Oder ist es reines Hobby? Fest steht, dass der Staatspräsident bei mehreren internationalen Motorsportevents gesichtet wurde – ein ungewöhnlicher Einsatz für ein Staatsoberhaupt. Die Bilder von Pavel mit der Kamera gingen um die Welt und zeigen eine Seite des Präsidenten, die man selten sieht. Ob er seine Aufnahmen jemals veröffentlichen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin müssen wir uns mit den Bildern von ihm als Fotografen begnügen.



