Vertrauen in den Staat auf historischem Tiefstand: Nur 17 Prozent sehen Handlungsfähigkeit
Vertrauen in Staat auf Tiefstand: 17 Prozent

Das Vertrauen der Bürger in die Handlungsfähigkeit des deutschen Staates ist auf einen historischen Tiefpunkt gefallen. Laut einer Forsa-Bürgerbefragung im Auftrag des Beamtenbundes (dbb) glauben nur noch 17 Prozent der Befragten, dass der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Im Jahr 2025 waren es noch 23 Prozent, 2024 25 Prozent und 2023 sogar 27 Prozent. Etwa vier von fünf Deutschen halten den Staat inzwischen für überfordert – ein neuer Negativrekord.

„Katastrophe“ und „Weckruf“ für die Politik

Der Bundesvorsitzende des dbb, Volker Geyer (60), zeigte sich alarmiert: „Die Ergebnisse unserer Befragung sind eine Katastrophe und ein Weckruf für die Regierung. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates ist auf einen neuen Tiefststand gefallen. Die Politik muss handeln, um diesen Sinkflug zu stoppen.“ Besonders bemerkenswert: Die Bürger machen nicht die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für die Misere verantwortlich, sondern die Politik. Geyer forderte die Bundesregierung daher zum sofortigen Handeln auf: „Die Bundesregierung ist am Zug. Die Bürger in Deutschland erwarten Reformen, die sich positiv auf ihr Leben auswirken, die Wirtschaftswachstum schaffen, die Sozialsysteme stärken und dafür sorgen, dass der Staat wieder besser funktioniert.“

Höchster Reformstau bei Rente und Infrastruktur

Der Frust der Bürger konzentriert sich auf zentrale Bereiche: Rente und Sozialsysteme, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze sowie die Infrastruktur. Hier sehen die Befragten den größten Reformstau. Positiv vermerkt die Umfrage hingegen eine leichte Entspannung bei den Themen Migration und innere Sicherheit. Für Geyer ist das ein wichtiges Signal: „Vielleicht liegt hierin auch eine Botschaft an die Politik. Durch konsequentes Handeln kann der Negativtrend in den Umfragen tatsächlich gestoppt werden.“

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Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes sinkt

Erstmals seit Beginn der Erhebung gibt mehr als jeder Zweite (51 Prozent) an, dass sich die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes verschlechtert habe. Als Ursachen nennt der dbb nicht die Beschäftigten, sondern eine stetig wachsende Aufgabenlast, Personalmangel und veraltete Ausstattung. Die Bürger wünschen sich daher klare Verbesserungen: 86 Prozent fordern einfachere Vorschriften, 78 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten und 72 Prozent mehr digitale Verwaltungsangebote. Geyer betont: „Hier ziehen Beschäftigte und Bürger an einem Strang: Alle wollen mehr Digitalisierung und weniger ausufernde Bürokratie.“

Ansehen der Beschäftigten bleibt stabil

Trotz aller Kritik am Staat genießen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiterhin hohes Ansehen. Berufe wie Feuerwehr und Pflegekräfte erfreuen sich großen Vertrauens. Auch Beamte werden von vielen Bürgern mit Eigenschaften wie verantwortungsbewusst, pflichtbewusst und zuverlässig verbunden. Die Umfrage zeigt, dass die Unzufriedenheit nicht gegen die Mitarbeiter des Staates gerichtet ist, sondern ein klares politisches Signal darstellt.

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