Alkoholkonsum erhöht das Brustkrebsrisiko signifikant. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Metaanalyse von 37 Studien mit mehr als 2,5 Millionen Frauen. Die Analyse zeigt, dass das Risiko für Brustkrebs bei Frauen, die Alkohol trinken, um 17 Prozent höher liegt als bei Abstinenten. Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – und Alkohol ist einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren.
Risiko steigt mit jedem Glas
Die Untersuchung unter Leitung des Brüsseler Krebsmediziners Dr. Luca Arecco zeigt eine deutliche Dosis-Wirkungs-Beziehung. Bereits ein kleines Glas Wein pro Tag (bis zu 10 Gramm Alkohol) war mit einem 13 Prozent höheren Brustkrebsrisiko verbunden. Bei einem bis zwei Gläsern täglich (10 bis 20 Gramm Alkohol) stieg das Risiko um 28 Prozent, bei mehr als zwei Gläsern (über 20 Gramm Alkohol) sogar um 52 Prozent. „Wir konnten in den Daten keine unbedenkliche Alkoholmenge feststellen“, so Arecco.
Alkohol als einer der größten Risikofaktoren
Neben Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel zählt Alkohol zu den wichtigsten Risikofaktoren für Brustkrebs. In Deutschland erkranken jährlich rund 75.000 Frauen neu an Brustkrebs; die Krankheit zählt zu den häufigsten Krebstodesursachen. Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent der Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar wären. Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Prävention durch Alkoholverzicht oder -reduktion.
Kein Einfluss auf Rückfall oder Sterblichkeit
Interessanterweise fanden die Forscher keinen Hinweis darauf, dass Alkoholkonsum das Rückfallrisiko oder die Sterblichkeit bei bereits erkrankten Frauen erhöht. Bei leichtem und mittlerem Konsum lebten die Patientinnen den Daten zufolge sogar etwas länger. Die Autoren warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen: „Diese Ergebnisse könnten durch andere Faktoren wie Lebensstil oder sozioökonomischen Status beeinflusst sein und sollten daher vorsichtig interpretiert werden.“



