Die kanadische TikTok-Influencerin Rebecca Luna ist tot. Mit nur 49 Jahren wählte sie am 25. Juli 2026 aufgrund ihrer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung den Weg der medizinisch assistierten Sterbehilfe (MAID). Ihre letzten Worte an ihre Community, die sie kurz vor ihrem Tod veröffentlichte, verbreiten sich seitdem viral: „Wenn ich es schaffen kann, könnt ihr es auch.“ Wenige Stunden später starb sie im Kreis ihrer Familie.
Ein Leben mit früh einsetzender Alzheimer-Krankheit
Rebecca Luna erhielt die Diagnose Alzheimer im Jahr 2025 – da war sie 48 Jahre alt. Früh einsetzende Alzheimer-Fälle sind selten: Nur rund fünf Prozent aller Betroffenen erkranken vor dem 65. Lebensjahr. Die alleinerziehende Mutter zweier Töchter dokumentierte ihren Alltag offen auf TikTok. Sie sprach über Vergesslichkeit, den Verlust ihrer Selbstständigkeit und die Herausforderungen, die die Krankheit mit sich brachte. Mit ihrer Offenheit erreichte sie mehr als 90.000 Follower und machte auf eine Erkrankung aufmerksam, die viele fälschlicherweise nur mit dem Alter verbinden.
Bewegende letzte Botschaft
In ihrem letzten Video sprach Rebecca über Selbstliebe. Sie erzählte, dass sie viele Jahre gebraucht habe, um freundlich mit sich selbst umzugehen und den eigenen Wert zu erkennen. Sie appellierte an ihre Follower, nicht auf einen perfekten Zeitpunkt zu warten, sondern sofort damit zu beginnen, gut mit sich selbst zu sprechen. „Wenn ich es schaffen kann, könnt ihr es auch“, sagte sie. Ihre Familie bestätigte ihren Tod auf ihrem TikTok-Kanal und über eine GoFundMe-Seite, auf der zuvor Spenden gesammelt worden waren, um die Kosten ihres Lebensendes zu decken. Rebecca hatte erklärt, sie wolle nicht, dass ihre Kinder zusätzlich zur Trauer auch finanzielle Verantwortung tragen müssten.
Aufklärung über eine unsichtbare Behinderung
Rebecca nutzte ihre Reichweite nicht nur, um ihren persönlichen Weg zu dokumentieren. Sie beantwortete Fragen zu ihrer Erkrankung, sprach über das Leben mit einer unsichtbaren Behinderung, ihre Alkoholabstinenz und darüber, wie sich ein selbstbestimmter Abschied anfühlt. Gleichzeitig machte sie auf die besondere Situation von Menschen mit früh einsetzender Alzheimer-Erkrankung aufmerksam, die oft mit Unverständnis und fehlender Unterstützung kämpfen.
Sterbehilfe in Kanada – und die Lage in Deutschland
Rebecca nahm in Kanada die sogenannte Medical Assistance in Dying (MAID) in Anspruch. Das Verfahren ist dort seit 2016 unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen erlaubt und wird medizinisch begleitet. Seit der Einführung haben bereits Zehntausende Menschen dieses Angebot genutzt. In Deutschland bleibt die aktive Sterbehilfe, also die gezielte Tötung eines Menschen auf dessen Wunsch, weiterhin strafbar. Die Hilfe zur Selbsttötung kann unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein. Das Bundesverfassungsgericht stärkte 2020 das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, doch die gesetzliche Umsetzung ist noch nicht abgeschlossen. Rebeccas Geschichte hat die Debatte um Sterbehilfe in Deutschland erneut entfacht.



