Bakterien und Viren im Pool: Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen
Bakterien im Pool: Risiken für Kinder und Tipps zur Hygiene

Selbst klares Wasser im Gartenpool kann krankmachende Mikroorganismen enthalten. Eine globale Überblicksstudie zeigt, dass Magen-Darm-Probleme in Schwimmbädern vor allem durch Parasiten wie Kryptosporidien verursacht werden. Diese Einzeller lösen Bauchschmerzen, Durchfall und gelegentlich Fieber aus und kommen auch in privaten Pools vor. Häufiger finden sich jedoch Fäkalkeime wie Enterokokken und Escherichia coli (E. coli), die bei empfindlichen Personen Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen können.

Wie gelangen Erreger in den Pool?

Krankheitserreger gelangen hauptsächlich durch Urin und Fäkalien badender Menschen sowie über Tiere wie Vogelkot ins Wasser. Auch die Luft trägt Mikroorganismen ein. „Da, wo Wasser ist, ist Leben“, sagt Iris Chaberny, Direktorin des Instituts für Krankenhaus- und Umwelthygiene am Uniklinikum Schleswig-Holstein. „Das ist an sich erst einmal nicht schlimm, es muss nicht immer gleich zu Erkrankungen führen. Wir müssen nicht hysterisch werden.“

Belastung privater Pools: Kaum Daten

Anders als bei öffentlichen Bädern oder natürlichen Badegewässern gibt es für private Pools keine systematischen Untersuchungen. „Dazu haben wir tatsächlich gar keine Daten“, erklärt Mikrobiologe Dirk Bockmühl von der Hochschule Rhein-Waal. „Es gibt schlicht und ergreifend keine Studien dazu.“ Klar ist jedoch: Warmes Wasser und organische Verschmutzung wie Sonnencreme, Hautschuppen oder Erde begünstigen das Keimwachstum. „Wenn ein Kind von der Wiese kommt und mit dreckigen Füßen in den Pool steigt, erfolgt ein Eintrag von organischer Substanz“, so Bockmühl.

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Wie viel Wasser wird versehentlich geschluckt?

Eine US-Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass erwachsene Schwimmer durchschnittlich zehn Milliliter Wasser pro Stunde schlucken – Kinder etwa viermal so viel. Ein Kind nahm sogar mehr als einen Viertelliter auf. „Geht es um kleine Kinder, die darin spielen, kann durchaus ein Risiko bestehen“, warnt Bockmühl, da ihr Immunsystem empfindlicher ist und sie relativ größere Mengen aufnehmen.

Weitere häufige Pool-Infektion: Gehörgangsentzündung

Neben Magen-Darm-Erkrankungen tritt vor allem bei Kindern häufig eine Gehörgangsentzündung auf, verursacht durch längeren Wasserkontakt. „Wir sehen seit Beginn der Hitzewelle vermehrt Gehörgangsentzündungen bei Kindern, die viel getaucht sind“, berichtet Tanja Brunnert, Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen. Diese Infektion ist nicht übertragbar, aber schmerzhaft.

Woran erkennt man belastetes Wasser?

Klares Wasser garantiert keine Keimfreiheit. „Steht das Wasser wochenlang im Pool und sieht schmutzig aus, ist es auch belastet“, sagt Bockmühl. Entscheidend ist die technische Ausstattung: Pools ohne Pumpe und Chlor bieten kaum Schutz. „Handelt es sich um einen Pool, der mit Desinfektionsanlage und Filteranlage ausgebaut ist, dürfte das Wasser in Ordnung sein“, so Chaberny.

Schutzmaßnahmen für Poolbesitzer

Das Umweltbundesamt empfiehlt, den Pool abzudecken, mit einem Kescher zu reinigen, die Wände zu bürsten und zu filtern. Auch Chlor kann eingesetzt werden. Bei kleinen Becken ohne Aufbereitung ist regelmäßiger Wasserwechsel nötig. In öffentlichen Bädern werden täglich 30 Liter Wasser pro Badegast ausgetauscht – ein Luxus, der in Zeiten von Wasserknappheit nicht immer möglich ist. Viele Gemeinden verbieten oder raten vom Befüllen großer Pools ab. Bockmühl rät: „Wenn Sie die Burschen loswerden wollen, müssen Sie ihnen den Hahn abdrehen.“ Das Wasser von Baby-Planschbecken könne man abends zum Blumengießen verwenden.

Fachleute betonen: Mit guter Hygiene und angemessener Wasserpflege ist das Bad im eigenen Pool sicher. Panik ist nicht nötig, aber Achtsamkeit schützt insbesondere kleine Kinder vor Infektionen.

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