Der ehemalige Fernsehmoderator Frank Elstner (84) schlägt Alarm: Die zunehmenden Hitzewellen durch den Klimawandel seien eine ernste Gesundheitsgefahr. „Ich habe Angst vor einem Sommer, in dem wir wieder so tun, als sei das alles normal. Als müsse man eben ein bisschen mehr trinken und den Ventilator anstellen“, sagte Elstner dem Molino Verlag. Dabei könne Hitze krank machen und im schlimmsten Fall tödlich enden: „Hitze kann töten.“
Jeder fünfte Herz-Kreislauf-Tod durch Umweltfaktoren
Gemeinsam mit dem Kardiologen Thomas Münzel hat Elstner das Buch „Herzklima. Wie Umweltstress unsere Gesundheit gefährdet“ verfasst, das Ende August im Molino Verlag erscheint. Das Werk beleuchtet die gesundheitlichen Folgen von Feinstaub, Verkehrslärm, Lichtverschmutzung, Mikroplastik, Chemikalien, Pestiziden und extremen Temperaturen. Eine erschreckende Statistik untermauert die Dringlichkeit: Jeder fünfte Herz-Kreislauf-Tod wird laut den Autoren maßgeblich durch Umweltbelastungen mitverursacht.
Hitzebelastung trifft besonders Verletzliche
Elstner, der früher den Sommer herbeigesehnt hat, blickt heute mit Sorge auf die warme Jahreszeit: „Früher habe ich mich auf den Sommer gefreut. Heute frage ich mich: Wie viele Menschen werden diese Hitze wieder kaum aushalten?“ Besonders betroffen seien alte Menschen, Kranke, Kinder sowie Bewohner schlecht gekühlter Wohnungen. Der 84-Jährige betont, dass dies keine abstrakte Klimadebatte sei, sondern längst den Alltag vieler bestimme: „Das ist keine Klimadebatte. Das ist unser Alltag.“
Klimawandel als Gesundheitskrise
Die Langzeitfolgen des Klimawandels werden nach Ansicht von Experten oft unterschätzt. Elstner und Münzel fordern ein Umdenken: Nicht nur die Umwelt, sondern auch die individuelle Gesundheit leide unter der Erderwärmung. Die Häufung von Hitzerekorden und tropischen Nächten setze dem Herz-Kreislauf-System massiv zu. Insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes seien gefährdet. Die Autoren appellieren an Politik und Gesellschaft, wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen – von besserer Stadtplanung bis hin zu Hitzewarnsystemen.
Das Buch „Herzklima“ soll nicht nur aufklären, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen geben. Es erscheint pünktlich zum Ende des Sommers, wenn die Diskussion über Hitze und Gesundheit wieder neu entfacht wird. Elstner hofft, dass sein Weckruf gehört wird: „Wir dürfen die Augen nicht vor der Realität verschließen.“



