Fast 10.000 Hitzetote in Deutschland allein bis Mitte Juli – und noch immer reden viele über Hitze, als ginge es um eine lästige Sommerlaune. Mich macht das wütend, weil diese Zahl zeigt, wie brutal die Realität längst ist. Der Mensch ist für große Hitze einfach nicht gemacht. Unser Körper kann zwar einiges ausgleichen, aber keine tagelangen Hitzewellen mit teils fast 40 Grad Celsius und Nächten ohne echte Abkühlung.
Wenn Hitze zur tödlichen Gefahr wird
Wenn der Kreislauf sich nicht erholen kann, wenn Schlaf fehlt, wenn Organe unter Dauerstress geraten, dann wird Hitze zur tödlichen Gefahr. Besonders ältere und kranke Menschen trifft es zuerst. Aber auch gesunde Menschen werden bei Hitze schwächer und unkonzentrierter. Sie dehydrieren schneller und kollabieren eher. Diese Sommer überfordern nicht nur einzelne Menschen, sondern ein ganzes Land. Deutschland ist auf solche Temperaturen viel zu schlecht vorbereitet.
Schutzmaßnahmen kommen viel zu langsam
Und das ist ein Skandal: Wir wissen seit Jahren, was kommt, und handeln trotzdem zu langsam. Noch immer fehlen verbindliche Hitzeschutzpläne, kühle Räume in Pflegeheimen, Schulen und Kitas, mehr Bäume, mehr Schatten, bessere Warnsysteme und klare Zuständigkeiten. Noch immer wird zu wenig für den Klimaschutz getan. Stattdessen wird Verantwortung hin- und hergeschoben.
Die neue Wirklichkeit einer heißen Welt
Wir müssen endlich begreifen: Sommer wie diese sind die neue Wirklichkeit in einer sich aufheizenden Welt. Wer jetzt noch so tut, als könne man sich daran gewöhnen, ignoriert die Grenzen des menschlichen Körpers. Hitzeschutz muss so selbstverständlich werden wie Hochwasserschutz. Und Klimaschutz ist kein grünes Wunschdenken, sondern schützt Leben – hier und jetzt.
Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin im Ressort Leben der Funke Mediengruppe, betont: „Die Rekordwerte sind ein Weckruf. Hitzeschutz darf kein Nebenthema mehr sein.“



