Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den morgigen Donnerstag, den 30. Juli, eine amtliche Hitzewarnung für Potsdam herausgegeben. Zwischen 11 und 19 Uhr wird eine starke Wärmebelastung mit Lufttemperaturen bis zu 38 Grad Celsius am späten Nachmittag erwartet. Die Behörde warnt insbesondere alte und pflegebedürftige Menschen vor den gesundheitlichen Risiken.
Gesundheitsgefahren durch extreme Hitze
Die Hitze könne für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter Hitzschlag, Kreislaufkollaps und Dehydrierung. „Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl“, rät der DWD. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Vorerkrankungen sollten die heißen Stunden im Schatten oder in klimatisierten Räumen verbringen.
Rekordhitze im Juni und anhaltende Hitzewelle
Potsdam hatte bereits im Juni extreme Hitze erlebt. Am 27. Juni wurde mit 40,4 Grad Celsius erstmals die 40-Grad-Marke geknackt, womit der vorherige Allzeitrekord von 39,8 Grad aus dem Jahr 2022 um 1,5 Grad übertroffen wurde. Mehrere Veranstaltungen waren damals wegen der Hitze abgesagt worden. In den folgenden Tagen nach dem 30. Juli sollen die Temperaturen zwar etwas sinken, aber voraussichtlich bis Anfang nächster Woche um die 30-Grad-Marke bleiben.
Hitzeschutz in Potsdam: Langsame Fortschritte
Beim Thema Hitzeschutz kommt Potsdam trotz eines seit 2015 bestehenden Klimaanpassungskonzepts nur zögerlich voran. Bislang gibt es lediglich zwei öffentliche Trinkbrunnen in der Stadt. Eine geplante „Operation Zapfhahn“ mit Hinweisschildern auf öffentliche Sanitärräume zum kostenlosen Auffüllen der Trinkflasche scheiterte an fehlenden finanziellen Mitteln.
Erste Cooling Points entstehen
Auf dem Steubenplatz am Landtag entsteht derzeit Potsdams erster „Cooling Point“, der künftig schattenspendende Bäume und einen Trinkbrunnen bieten wird. Ein zweiter solcher kühler Ort soll ab September am Johannes-Kepler-Platz realisiert werden. Diese Maßnahmen sind Teil der städtischen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.
Bürger fordern mehr Hitzeschutz
Wie sehr das Thema die Potsdamer bewegt, zeigte sich bei der ersten Abstimmungsrunde für den Bürgerhaushalt 2027/28. Von den 40 Vorschlägen mit den meisten Stimmen betrafen 19 Forderungen nach mehr Hitzeschutz, darunter Verschattung, Entsiegelung von Flächen, Begrünung sowie zusätzliche Trinkbrunnen. Die Stadtverwaltung prüft nun die Umsetzung dieser Vorschläge.



