Hitze: Kind will nicht trinken? Fünf Tipps gegen Dehydrierung
Kind will bei Hitze nicht trinken? Tipps für Eltern

Berlin. Hohe Temperaturen können für Babys und Kleinkinder schnell zur gesundheitlichen Belastung werden. Ihr Körper gleicht Hitze deutlich schlechter aus als der von Erwachsenen, gleichzeitig bewegen sich viele Kinder beim Spielen auch an heißen Tagen mehr. Sie schwitzen weniger, regulieren ihre Körpertemperatur schlechter und trocknen deshalb schneller aus. Die Folge kann eine Dehydrierung sein, die sich oft schleichend entwickelt und von Eltern nicht immer sofort erkannt wird. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie viel Kinder bei Hitze trinken sollten, woran sich ein Flüssigkeitsmangel erkennen lässt und mit welchen Tricks selbst Trinkmuffel ausreichend Flüssigkeit aufnehmen.

Wie viel Wasser braucht ein Kind an heißen Tagen?

Der Flüssigkeitsbedarf hängt vom Alter, der Aktivität und den Außentemperaturen ab. An heißen Tagen über 25 Grad steigt er deutlich an. Die AOK empfiehlt, Babys bei Hitze häufiger zu stillen oder ihnen öfter Milchersatz anzubieten. Zusätzliche Getränke sind für gestillte Säuglinge in der Regel nicht nötig. Kinder ab zwei Jahren benötigen bei normalen Temperaturen täglich etwa 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Klettert das Thermometer jedoch über die 30-Grad-Marke, kann sich der Bedarf laut AOK sogar verdoppeln oder verdreifachen. Eltern sollten deshalb möglichst einmal pro Stunde Wasser oder ungesüßten Tee anbieten – auch dann, wenn das Kind noch keinen Durst äußert. Auf stark gezuckerte Getränke wie Limonaden, Eistees oder gesüßte Säfte sollte verzichtet werden. Die Getränke dürfen zwar kühl sein, sollten aber nicht eiskalt serviert werden.

Fünf Tipps: So trinkt Ihr Kind bei Hitze mehr

Viele Eltern kennen die Situation: Das Kind spielt, tobt oder sitzt am Esstisch – doch auf die Aufforderung, etwas zu trinken, folgt immer wieder ein entschiedenes „Nein“. Statt Druck auszuüben, hilft es oft, das Trinken spielerisch in den Alltag einzubauen. Hier sind fünf erprobte Methoden:

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1. Wasser spannender machen

Mit ein paar Gurkenscheiben, Minze, Zitronen-, Orangen- oder Beerenstücken schmeckt das Wasser gleich viel besser – ganz ohne industriellen Zucker. Auch eine Zitronenscheibe oder frische Minze verwandelt Leitungswasser in eine erfrischende Alternative.

2. Motivation statt Mahnung

Statt ständig zu sagen: „Trink mal!“, helfen oft ein besonderer Becher, eine bunte Trinkflasche oder ein lustiger Strohhalm. Auch gemeinsames Trinken kann viel bewirken. Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Wer selbst regelmäßig Wasser trinkt, motiviert den Nachwuchs häufig ganz automatisch.

3. Regelmäßige Trinkpausen einbauen

Kinder vergessen beim Spielen häufig das Trinken. Deshalb lieber feste Trinkrituale etablieren – etwa nach jeder Stunde Spielen oder zu jeder Mahlzeit. Eine kleine Sanduhr oder ein Timer auf dem Handy können als Erinnerung dienen.

4. Wasserreiche Lebensmittel anbieten

Flüssigkeit steckt nicht nur im Trinkglas. Auch viele Obst- und Gemüsesorten bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und helfen dabei, den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen. Besonders geeignet sind Gurken (96 Prozent Wasser), Tomaten (95 Prozent), Zucchini (94 Prozent), Wassermelonen (92 Prozent), Erdbeeren (91 Prozent) und Pfirsiche (89 Prozent). Eine kalte Gemüsesuppe wie Gazpacho kann an heißen Tagen ebenfalls eine gute Möglichkeit sein, zusätzlich Flüssigkeit aufzunehmen.

5. Selbstgemachtes Wassereis

Trinken? Nein, danke! Aber ein Eis? Ohja! Pürierte Wassermelone, Erdbeeren oder anderes Obst lassen sich ohne Zucker zu Wassereis einfrieren. So nimmt der Nachwuchs die Flüssigkeiten ganz spielerisch auf, ohne es zu bemerken. Auch Joghurt- oder Milcheis mit Fruchtpüree sind eine gute Option.

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Woran erkenne ich, dass mein Kind zu wenig trinkt?

Eine Dehydrierung entwickelt sich häufig schleichend und bleibt zunächst oft unbemerkt. Nach Angaben des Gesundheitsportals „KidsHealth“ können ein trockener oder klebriger Mund, dunkler Urin oder deutlich selteneres Wasserlassen erste Warnzeichen sein. Auch wenn ein Kind beim Weinen kaum noch Tränen produziert, ungewöhnlich müde oder gereizt wirkt, über Schwindel klagt oder einen schnellen Herzschlag hat, kann das auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Eingefallene Augen gelten ebenfalls als mögliches Symptom. Bei Säuglingen kann zudem eine eingesunkene Fontanelle – die weiche Stelle am Kopf – auf eine Dehydrierung hinweisen. Je früher Eltern diese Anzeichen erkennen, desto schneller können sie gegensteuern.

Was tun bei Dehydrierung?

Nach Angaben der AOK genügt bei einer leichten Dehydrierung meist schon häufiges Trinken kleiner Mengen, etwa alle 10 Minuten einen kleinen Schluck Wasser. Reicht das nicht aus oder verliert das Kind durch Erbrechen oder Durchfall viel Flüssigkeit, können orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke sinnvoll sein. Sie enthalten Wasser, Salze und Zucker in einem ausgewogenen Verhältnis und gleichen den Wasser- und Elektrolytverlust aus. Ein Arzt sollte umgehend aufgesucht werden, wenn das Kind über mehrere Stunden kaum noch trinkt, sehr schläfrig wirkt, kaum Urin ausscheidet oder deutliche Anzeichen einer Austrocknung zeigt. Bei Säuglingen gilt besondere Vorsicht – hier sollte schon früh ärztlicher Rat eingeholt werden.