Ebola-Epidemie im Kongo: Fallzahlen verdoppeln sich alle 20 Tage
Ebola im Kongo: Fallzahlen verdoppeln sich alle 20 Tage

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo gerät außer Kontrolle. Die Zahl der Fälle verdoppelt sich alle 20 Tage – schneller als je zuvor. UN-Experten schlagen Alarm und fordern eine massive Ausweitung der Hilfsmaßnahmen.

Exponentielles Wachstum der Fallzahlen

„Die Zahl der Fälle steigt exponentiell an und verdoppelt sich alle 20 Tage. Dies ist ein weitaus schnelleres Wachstum als der Ausbau unserer Hilfsmaßnahmen“, warnt Julien Harneis, UN-Ebola-Koordinator. Die Lage ist dramatisch: Schutzausrüstung, medizinisches Fachpersonal und Logistiker fehlen an allen Ecken und Enden.

Frühzeitige Behandlung rettet Leben

Dabei könnte schnelle Hilfe Leben retten. Harneis betont: Eine frühzeitige Behandlung steigere die Überlebenschancen enorm. Doch die Hilfe kommt nicht hinterher. Die Bekämpfung des Ausbruchs wird zudem durch die instabile Sicherheitslage im Osten des Landes erschwert. Bewaffnete Gruppen und Misstrauen gegenüber Hilfskräften behindern die Arbeit der Gesundheitspersonal. Die schlechte Infrastruktur und die Abgeschiedenheit vieler Dörfer erschweren den Zugang zu den Betroffenen.

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Rekordwachstum im Vergleich zu früheren Ausbrüchen

„Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch aller Zeiten“, sagt Carl Skau, stellvertretender Leiter des Welternährungsprogramms WFP. Die Zahlen sind erschreckend: In den vergangenen zwei Monaten starben in der Demokratischen Republik Kongo 1000 Menschen. Zum Vergleich: In Westafrika dauerte es acht Monate, bis 1000 Menschen starben.

Mehr als 1400 Tote

Laut kongolesischen Gesundheitsbehörden sind bisher mehr als 1400 Menschen an dem Virus gestorben. Die Epidemie übertrifft damit bereits frühere Ausbrüche in der Region. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2300 Menschen. Die schlimmste Ebola-Epidemie wütete in den Jahren 2014 und 2015 in Westafrika. Damals starben mehr als 11.000 Menschen. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und insbesondere Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

Internationale Hilfe dringend erforderlich

Obwohl ein wirksamer Impfstoff existiert, ist die Impfkampagne aufgrund von Logistik und Misstrauen nur schleppend vorangekommen. Die UN und andere Organisationen haben zu zusätzlichen Spenden aufgerufen. Bislang fehlen Millionen von Dollar, um die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren. Ohne eine sofortige internationale Reaktion droht die Epidemie weiter außer Kontrolle zu geraten. Die Zeit drängt.

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